So, es wird doch mal wieder Zeit für eine Neuerung hier im Blog. Vor kurzem fragte mich Florian, ob er denn nicht mal einen Gastbeitrag für FuViBlo.de verfassen könnte, ich hatte natürlich nichts dagegen, also setzte er sich fleißig an die Tastatur und legte los.
Ihr lest daher hier seine ausführlichen Zeilen zur Analyse und Einordnung der vergangenen Bundesligasaison 2010/11, eine schöne Ergänzung zu meinem etwas nüchterneren Statistik-Beitrag vom Mai.
—————–
Wie fast in jedem Jahr, so hielt die Fußball Bundesliga auch in der Saison 2010/2011 wieder zahlreiche Überraschungen parat und selbstverständlich waren diese nicht nur ausschließlich positiver Natur. Gleich zu Beginn der Spielzeit überraschte bereits das Ergebnis der ersten Begegnung am 20. August 2010 zwischen den Vereinen Bayern München und dem VfL Wolfsburg, da die Bayern bei der Begegnung die klaren Unterlegenen waren und der VfL mit 2:1 als verdienter Sieger aus diesem Spiel hervor ging.
Auch fanden sich in dieser Saison zahlreiche Neuerungen, wie beispielsweise ein modernisiertes Bundesliga-Logo und zudem wurde auch ein neuer Ball namens „Torfabrik“ aus der Schmiede von Adidas eingeführt. Beides zu sehen im neu gestalteten offiziellen Bundesliga-Intro…
Dieser Ball wurde sowohl von der ersten als auch von der zweiten Bundesliga einheitlich eingesetzt, was es in der Geschichte der Bundesliga bisher noch nicht gab. Zudem spielten in dieser Saison seit langer Zeit erstmals wieder zwei Vereine aus einer gemeinsamen Stadt gegeneinander, der FC St. Pauli und der Hamburger SV. Doch sollte die Saison für den Absteiger St. Pauli leider einige negative Wendungen bereit halten.
Über eine echte Überraschung durften sich dagegen die Fans des 1. FSV Mainz 05 freuen, da die Mannschaft bereits zu Beginn der Saison mit sage und schreibe sieben Siegen in Folge glänzte und daher am Ende der Saison nun als eine der erfolgreichsten „Startmannschaften“ bezeichnet wird. Bisher hatten in der Vergangenheit nur zwei Vereine einen derartigen Saisonstart hingelegt, der FC Bayern München und der 1. FC Kaiserslautern in den Jahren 1995/96 und 2001/2002. Erstaunlicherweise wurde in jeder dieser beiden Spielzeiten, wie auch in der diesjährigen, Borussia Dortmund Meister! Am Ende war dies nicht unbedingt eine Überraschung, denn Dortmund stand bereits nach dem 15. Spieltag als Herbstmeister fest und sicherte sich zwei Spieltage vor Schluss die frühzeitige Meisterschaft durch den verdienten 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg. Gefestigt wurde die Position an der Tabellenspitze zudem durch den Sieg des 1.FC Köln mit einem 2:0 gegen den hartnäckigsten BVB-Verfolger, die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen.
Als klarer Absteiger der Saison ging zum Unleid der Fans die Mannschaft des FC St. Pauli hervor, welche in der Saison 2011/12 nun in der 2. Bundesliga um den Aufstieg kämpft. Zwar gewann St. Pauli das erste Städtederby seit 1977 gegen den HSV mit 1:0, doch konnte dieses Ergebnis den Verein nicht vor dem Abstieg bewahren. Denn gleichzeitig musste St. Pauli in dieser Saison auch die höchste Niederlage seit der Vereinsgründung einstecken, die 1:8-Heimniederlage gegen die Bayern! Viele Fans und auch Sachverständige führen den Abstieg des FC St. Pauli mitunter auf das abgebrochene Spiel gegen den FC Schalke aufgrund des sogenannten „Becherwurfs“ zurück. Im Rahmen des Spiels, welches im heimischen Millerntor-Stadion ausgetragen wurde, traf ein aus dem Fanbereich der Hamburger stammender voller Getränkebecher den Schiedsrichterassistenten, woraufhin das Spiel abgebrochen und wenige Tage später “am grünen Tisch” mit 2:0 zugunsten des FC Schalke 04 gewertet wurde. Von diesem Zeitpunkt an brach die Pechsträhne des St. Pauli nicht ab und endete mit dem bereits erwähnten Abstieg der Mannschaft.
Als zweiter Absteiger dieser Saison ging der Verein Eintracht Frankfurt hervor, als für diesen in der Rückrunde eine nicht enden wollende Talfahrt begann. Die Frankfurter verloren tatsächlich zehn Spiele in Folge und zudem konnte die Eintracht in den ersten acht Spielen nicht ein einziges Tor erzielen. Aus diesem Grund können die Frankfurter hinter vorgehaltener Hand durchaus als die “Versagermannschaft” der Saison 2010/2011 bezeichnet werden und dürfen nun in der kommenden Saison gemeinsam mit dem FC St. Pauli eine Etage tiefer um den direkten Wiederaufstieg kämpfen.
In den beiden Relegationsspielen der Saison konnte sich letztendlich die Mannschaft Borussia Mönchengladbach gegen den Zweitligisten VfL Bochum behaupten und verbleibt somit in der ersten Bundesliga. Die Gladbacher besiegten den VfL im ersten Spiel mit einem knappen Ergebnis von 1:0, die zweite Begegnung zwischen den beiden Mannschaften endete 1:1 Unentschieden.
Als klarer Torschützenkönig der Saison 2010/11 ging der Bayern- und Nationalspieler Mario Gomez hervor, welcher über die gesamte Spielzeit hinweg durch eine ungemein hohe Fitness glänzte. Gomez schoss 28 Tore. Seine Treffer dürfen daher natürlich nicht fehlen, beim Zusammenschnitt der schönsten Tore der Saison…
Der letztjährige Champions League Finalist Bayern München konnte in der Saison 2010/11 am Ende leider nur den dritten Platz in der Tabelle belegen, Platz zwei und damit zum fünften Mal Vizemeister wurde Bayer Leverkusen. Die Freude über den Tabellensieg war bei den Dortmundern ungemein groß, da dies die erste verdient gewonnene Meisterschaft für den Verein seit dem Jahr 2002 darstellt. Hierdurch scheint nun endlich auch die Pokalniederlage aus dem Jahr 2008 der Dortmunder gegen die Bayern verdaut zu sein.
Zum Abschluss daher hier noch einmal die schönsten Szenen der schwarz-gelben Meistersaison 2010/11…
Homepage: Webhelp Fußball Forum
—————–
Na, hat doch wunderbar funktioniert ![]()
Ich freu mich sehr und bedanke mich für den Artikel. Für weitere Gastbeiträge jeglicher Art bin ich immer offen, Interessierte schreiben mir einfach eine Mail und wir finden eine Lösung.
So, nun kann die neue Saison 2011/12 doch eigentlich kommen. Bis zum 5. August müssen wir uns noch gedulden, dann empfängt der amtierende Meister Borussia Dortmund den Hamburger SV vor 80.000 Zuschauern im heimischen Signal-Iduna-Park. Hach, endlich wieder Bundesliga, die Vorfreude steigt schon jetzt
Hier also Teil 2 unseres Roundups der Transfermeldungen im Winter 2011…
### Patrick Helmes verlässt den Bundesligazweiten Bayer Leverkusen nach zweieinhalb mehr oder minder erfolgreichen Jahren (mit einer ganz stattlichen Torquote von 28 Treffern in 57 Spielen). Der 26-jährige wechselt für 8 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg, wo ihm ein Stammplatz und die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Nationalelf winkt.
### Doch der Ex-Leverkusener ist bei den Wölfen nur einer unter vielen neuen Gesichtern, denn VfL-Manager Dieter Hoeneß hat das Team im Winter komplett umgekrempelt: neben Edin Dzeko verlassen den Klub noch Karim Ziani, Nassim Ben Khalifa, Vlad Munteanu und Andrea Barzagli. Dafür kommen Jan Polak (29, defensives Mittelfeld, für 3 Mio. vom RSC Anderlecht, sammelte bereits von 2005 bis 2007 in Nürnberg Bundesligaerfahrung), Tuncay Sanli (29, Offensiv-Allrounder, für 4,5 Mio. von Stoke City, bisher 78 Länderspiele für die Türkei, kam in der Premier League aber nicht zurecht, nur 20 Tore in 107 Spielen für Stoke und Middlesbrough), Ja-Cheoul Koo (21, zentrales Mittelfeld, für 2 Mio. aus Südkorea von Jeju United, 5 Tore in 6 Spielen beim Asiencup 2011) und Yohandry Orozco (offensives Mittelfeld, mit 19 Jahren schon venezuelanischer Nationalspieler, für 1,25 Mio. vom Zulia FC). Hoeneß erwartet vor allem von den beiden Talenten einiges, siehe Statement auf der Vereinswebsite. Und noch ein Lesetipp: Der VfLWolfsburgBlog analysiert das Transfergeschehen.
### Werder Bremen verstärkt sich mit dem brasilianischen Innenverteidiger Samuel Firmino de Jesus (24 Jahre, 1,90m, ablösefrei vom FC São Paulo). „Samuel ist ein junger, talentierter Spieler, der sowohl als Innenverteidiger, als auch auf den Außenpositionen einsetzbar ist. Wir sind gespannt, wie er sich in den nächsten Monaten bei uns entwickeln wird”, so Geschäftsführer Klaus Allofs. Er erhält vorerst nur einen Vertrag bis zum Sommer und wird sich bewähren müssen.
### Edson Braafheid wechselt ablösefrei vom FC Bayern zu 1899 Hoffenheim. Den ghanaischen Stürmer Prince Tagoe verleihen die Kraichgauer an Partizan Belgrad.
### Eintracht Frankfurt lässt Ümit Korkmaz (25, ausgeliehen an den VfL Bochum, mit Kaufoption), Cenk Tosun (19, Offensiv-Allrounder, für 550.000 Euro an Gaziantepspor) und Markus Steinhöfer (24, für 100.000 Euro Ablöse zum FC Basel) gehen, einziger Neuzugang ist Rückkehrer Nikola Petkovic (24, Links-Verteidiger, war ausgeliehen an den russischen Erstligisten Tom Tomsk). Blog-G ordnet die überschaubaren Frankfurter Transferaktivitäten ein.
### Der 1.FC Kaiserslautern holt den Tschechen Adam Hlousek (22, linkes Mittelfeld, von Slavia Prag) und den Brasilianer Lucas (19, Innenverteidiger, aus Leverkusen), jeweils auf Leihbasis mit Kaufoption.
Und nun zum Fazit: Insgesamt gaben die Bundesligisten rund 57 Millionen Euro für neuen Spieler aus. Dem stehen beeindruckende 75 Millionen Euro als Transfererlöse gegenüber, ein neuer Rekordwert, noch nie spülten Transfers im Winter mehr Geld in die Kassen der Klubs.
50 Spieler verließen ihre bisherigen Vereine, 48 neue Akteure kamen hinzu. Lediglich Tabellenführer Borussia Dortmund, Hannover 96 und der FC St.Pauli starten aus verschiedenen Gründen (Erfolg des bisherigen Kaders vs. Geldmangel) ohne Neuzugänge in die Rückrunde. Die Spitzenposition bei der Spieler-Rochade teilen sich der VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim mit jeweils sechs Zu- und Abgängen. Beide Klubs belegten im Winter solide Ränge im Mittelfeld der Bundesliga, wollen aber in der zweiten Saisonhälfte allem Anschein nach noch einmal oben angreifen und gehen dafür auch finanziell in die Vollen.
Auch aus ökonomischer Sicht siegen die Wolfsburger. Trotz Ausgaben in Höhe von knapp 20 Millionen Euro kommt man unter dem Strich noch auf ein sattes Plus von 17 Millionen, verantwortlich dafür ist der neue Rekordtransfer der Bundesliga von Stürmer Edin Dzeko, er wechselte im Winter für ca. 35 Mio. vom VfL zu Manchester City und ermöglichte somit eine gewisse Freiheit auf dem Transfermarkt, die Manager Dieter Hoeneß auch bereitwillig ausfüllte.
So weit, so gut. Sind wir mal gespannt wie sich die Transfers für die Vereine letztendlich auswirken, wer sich etablieren kann, wie viele Spieler im Sommer schon wieder weg sind, welche Ablösesummen sich im Nachhinein als gerechtfertigt herausstellen werden und ob sich der ein oder andere Klub nicht doch lieber um den ein oder anderen Neuzugang hätte bemühen sollen…
Und zum Abschluss verweise ich noch auf Arnd Zeiglers komödiantischen Blick auf die “wunderbare Welt der Wintertransfers”
Na endlich reinvestiert der VfL Wolfsburg mal seine Dzeko-Millionen. Grafite und Mario Mandžukić bekommen im Sturmzentrum ab sofort den Kongolesen Dieumerci Mbokani Bezua an die Seite gestellt.
Er ist 25 Jahre alt, in Kinshasa geboren, 1,85 m groß, klassischer Mittelstürmer und kommt auf Leihbasis (inkl. Kaufoption) vom französischen Tabellenvorletzten AS Monaco. Dort besitzt Mbokani zwar noch einen laufenden Vertrag bis 2014, in den vergangenen Wochen forcierte er jedoch einen Wechsel, da er sich im Umfeld des Klubs nicht zurechtfand, mit Sicherheit hat er sich im vergangenen Sommer da auch eine andere Perspektive als den Abstiegskampf versprochen. In den Vorjahren hatte er sich im europäischen Fußball jedenfalls bereits prächtig eingelebt, mit Standard Lüttich wurde er von 2007 bis 2009 in Serie dreimal belgischer Meister und Supercupsieger, schoss in 81 Ligaspielen 35 Tore.
Manager Dieter Hoeneß: „Er ist ein schneller und athletischer Stürmer, den wir schon seit seiner Zeit bei Standard Lüttich im Blick haben. Wir haben ihn ausgeliehen und eine Kaufoption gesichert, um alle Möglichkeiten in der Hand zu haben.“
Ein paar Impressionen seiner Spielweise…
Der Nationalspieler Kongos (bisher 14 Länderspiele) tritt ein schweres Erbe an und wird die exzellente Torquote Edin Dzekos (111 Bundesligaspiele, 65 Tore) wohl nicht halten können. Ein vielversprechender Ersatz ist er aber auf jeden Fall und auch aus wirtschaftlicher Sicht scheint dem VfL ein guter Deal gelungen zu sein, denn eine Ablösesumme wird erst fällig, wenn Mbokani im kommenden Halbjahr spielerisch überzeugt und sich der VfL zum Kauf entschließt. Für den Stürmer selbst ist die Situation bereits jetzt klar: “Es gibt eine Kaufoption für mich. Ich werde alles tun, damit Wolfsburg die zieht. Ich will länger beim VfL bleiben und denke nun nicht mehr an meinen Ex-Verein Monaco, sondern nur noch an Wolfsburg.”
Für die Niedersachsen könnte er bereits im morgigen Heimspiel gegen Borussia Dortmund auf dem Rasen der Volkswagen-Arena stehen. In der für ihn recht knappen Vorbereitung stellte lediglich die Verständigung eine Hürde dar. Er selbst spricht ausschließlich Französisch, die Wolfsburger wiederum haben nach dem Abgang von Karim Ziani keinen einzigen französischsprachigen Spieler mehr in ihren Reihen. Aber die Sprache des Fußballs spricht bekanntlich jeder… 5 Euro ins Phrasenschwein…
Wie schon in den Vorjahren werfen wir auch in dieser Winterpause wieder einen detaillierten Blick auf die Spielerwechsel unserer Bundesligisten im zweiten Transferfenster der Saison. Los gehts diesmal mit den bisher bestätigten Abgängen…
### Nach über sieben Jahren beim FC Bayern (und 174 Spielen, mit jeweils vier deutschen Meistertiteln und Pokalsiegen) verlässt Martin Demichelis (30) die Bundesliga in Richtung Spanien. Der argentinische Innenverteidiger wechselt ablösefrei (zunächst auf Leihbasis für sechs Monate, im Anschluss gilt eine Kaufoption) zum Tabellenachtzehnten der Primera Division FC Malaga und trifft dort auf seinen ehemaligen Trainer und Förderer Manuel Pellegrini. Beim FC Bayern hatte er in dieser Saison seinen Stammplatz in der Innenverteidigung endgültig an Holger Badstuber verloren (diese Entwicklung deutete Trainer van Gaal im vergangenen Jahr bereits an) und stand lediglich bei sechs Bundesligaspielen auf dem Platz. Schade ist es schon, einen so verdienten Spieler schickt man nicht auf solch eine Weise im Winter weg. Adiós Micho.
### Mit Mark van Bommel (33) verabschiedet sich ein weiterer verdienter Spieler vom deutschen Rekordmeister. Der Niederländer, dessen Vertrag im Sommer ausgelaufen wäre, geht ablösefrei zum AC Mailand. Meine Meinung: Seinen Kapitän lässt man nicht einfach so ziehen, auch wenn man gewisse Alternativen im Kader hat, ich versteh es nicht. Eine schwierige Bundesliga-Rückrunde steht an, ebenso wie das spektakuläre Champions League Achtelfinale gegen Inter Mailand. Vorstandschef Rumenigge erklärt die “Flucht” van Bommels: «Es war Marks ausdrückliche Bitte, ihn aus sportlichen Gründen vorzeitig aus seinem Vertrag zu entlassen, um sofort zum AC Mailand wechseln zu können». Tja dann, so langsam wirds aber leider zum System (Lucio, Demichelis, van Bommel). Spox.com hat ihn in einem Interview nochmal ausführlich zum Transfer befragt.
### Bernd Schuster holt den Bremer Hugo Almeida (26) zu seinem neuen Klub Besiktas Istanbul. Der Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen, eine Verlängerung erschien zunehmend unwahrscheinlich und so zahlen die Türken nun 2 Millionen Euro Ablöse und verpflichten den portugiesischen Nationalspieler bereits im Januar. Almeida zum Wechsel: “Ich habe lange überlegt, aber am Schluss war Besiktas einfach die beste Wahl. Es ist ein großer Klub mit einem guten Trainer, alles ist top organisiert. [...] Ich hatte eine tolle Zeit in Bremen, es ist ein Top-Klub. Die Fans waren immer sehr gut zu mir, das vergesse ich nicht. Werder wird immer ein Teil von mir sein.” Die Bremer verlieren in dieser äußerst unbefriedigenden Saison (nach der Bundesliga-Hinrunde lediglich Platz 14 + Ausscheiden in der Champions League Gruppenphase + Ausscheiden in der zweiten Runde des DFB-Pokals) somit ihren bisher erfolgreichsten Torschützen (Almeida immerhin mit 9 Toren in 13 Spielen). Da muss nun in den kommenden Wochen dringend ein namhafter Ersatz her!
### Der 1.FC Köln gibt (nach einigen kuriosen Querelen in der laufenden Saison) bereitwillig seinen ehemaligen Publikumsliebling und bisherigen Stammtorhüter Faryd Mondragón (39) ab. Den Kolumbianer zieht es nach drei Bundesliga-Spielzeiten in die US-amerikanischen Profiliga MLS zu Philadelphia Union. Einen Ersatz haben die Kölner im zuletzt vereinslosen Michael Rensing bereits gefunden.
### Neben Mittelfeldspieler Luiz Gustavo (für 15 Millionen zum FC Bayern) und Trainer Ralf Rangnick (Rücktritt nach dem aufgezwungenen Gustavo-Transfer) verlässt der Stürmer Wellington 1899 Hoffenheim im Winter. Nach 19 Erstligaspielen (mit lediglich drei Toren) in der Bundesligasaison 2008/09 und zwei halbjährlichen Leihgeschäften an Twente Enschede und Fortuna Düsseldorf, zieht es ihn nun zurück in die brasilianische Heimat. Er gehört zum “Club der Gescheiterten”, der aus Hoffenheim einen regen Zulauf erhält. Auch Franco Zuculini und Maicosuel wurden zum Beispiel mit großen Ambitionen für Millionen Euro eingekauft (alle drei für etwa 4,5 Mio.), konnten sich in der Bundesliga aber nicht durchsetzen und wurden entsprechend schnell wieder abgegeben.
### Ebenfalls kein Erstligaspiel für die Kraichgauer mehr machen wird wohl Demba Ba. Der 25-jährige Senegalese hatte es sich im Winter mit den Hoffenheimern endgültig verscherzt als er zum wiederholten Male mit einem Streik einen Vereinswechsel zu provozieren versucht, im Sommer 2009 wollte er nach Stuttgart, diesmal sollte es nach London zu West Ham United gehen. Die TSG winkte jeweils ab, möchte aber bei solchen Praktiken berechtigterweise nicht länger mit Ba zusammenarbeiten. Er wechselt nun, zunächst auf Leihbasis, zum Premier League Klub Stoke City.
### Der VfL Wolfsburg trägt sich in die deutschen Fußball-Geschichtsbücher ein: nach langem Hin-und-Her gibt man Edin Dzeko (24) für die Rekordablöse von 37 Millionen Euro an Manchester City ab. Der Bosnier verlässt somit nach dreieinhalb erfolgreichen Jahren die Bundesliga (111 Erstligaspiele, 66 Tore, Meister 2009, Torschützenkönig 2009/10, Vize-Torschützenkönig 2008/09) und wird wohl nun zu einer großen internationalen Karriere starten, das Potential hat er zweifelsfrei nachgewiesen. Mit Grafite und Mandzukic stehen nun nur noch zwei nominelle Stürmer im Kader, Caiuby als dritter im Bunde wurde an den FC Ingolstadt verliehen, bis zum Transferschluss muss sich der VfL also dringend auf dem Transfermarkt umsehen, das nötige Kleingeld dürfte vorhanden sein
### Und der Wolfsburger Manager Dieter Hoeneß mistet weiter im großen Stil aus. Karim Ziani (28 Jahre, im Sommer 2009 als Hoffnungsträger für 7 Mio. aus Marseille gekommen, bisher aber nur 10 Spiele für den VfL) und Nassim Ben Khalifa (19 Jahre, Offensiv-Allrounder, als Riesen-Talent gehandelt, konnte sich aber im vergangenen Halbjahr überhaupt nicht in Wolfsburg einleben) konnten die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen und werden daher zunächst bei Leihvereinen “geparkt”. Ziani geht zum türkischen Erstligisten Kayserispor, Hoeneß zum Wechsel: „Das ist für Karim Ziani die Chance für einen Neustart”, klingt nicht so als würde er nochmal zurückkommen. Von Khalifa erwarten sich die Wölfe dagegen noch einiges, sein Vertrag läuft schließlich noch bis zum Sommer 2014. Dieter Hoeneß schickt ihn nun für eineinhalb Jahre zum 1.FC Nürnberg. „Mein Ziel ist es, den nächsten Schritt zu machen, nachdem ich in der Schweizer U21-Nationalmannschaft Stammspieler geworden bin. Ich habe im Sommer entschieden, mich in Deutschland weiterentwickeln zu wollen. Deshalb ist es für mich logisch, in der Bundesliga zu bleiben. Diese Chance sehe ich beim 1. FC Nürnberg gegeben und werde alles dafür tun”, meint Khalifa.
### Und noch zwei Namen stehen bei den Niedersachsen auf der Abschiedsliste: Zum einen verlässt Mittelfeldspieler Vlad Munteanu (30) die Autostadt. Er kehrt nach viereinhalb Jahren in Deutschland (bei Energie Cottbus, VfL Wolfsburg, Arminia Bielefeld und FSV Frankfurt) ablösefrei zu Dinamo Bukarest in die rumänische Heimat zurück. Zum anderen geben die Wölfe auch noch den ehemaligen italienischen Nationalspieler Andrea Barzagli (29) ab. Der Innenverteidiger, der in allen 17 Hinrundenspielen auf dem Platz stan, geht für 300.000 Euro zum Rekordmeister der Serie A Juventus Turin.
### Der ehemalige deutsche und jetzige US-amerikanische Nationalspieler Jermaine Jones (29) verlässt den FC Schalke 04 und die Bundesliga in Richtung Premier League. Er wird zunächst bis zum Saisonende an die Blackburn Rovers ausgeliehen, im Deal enthalten ist eine Kaufoption. Jones hatte sich Ende 2010 mit Schalke-Trainer Felix Magath überworfen, aufgrund von schlechten Leistungen (in einer Phase, in der sich das gesamte Team miserabel präsentierte und er da keinesfalls besonders negativ auffiel) wurde er ins Regionalligateam abgeschoben und sollte sich nun zum neuen Jahr einen neuen Verein suchen. Jetzt versucht er sich also im englischen Fußball, warum nicht, das körperbetonte, robuste Spiel wird ihm liegen. Wenn er sich gut einlebt, werden die Rovers sicher ihre Freude mit ihm haben.
### Mauro Camoranesi (34) beendet sein Gastspiel beim VfB Stuttgart bereits nach einem halben Jahr wieder. In 14 Spielen (7 mal in der Bundesliga, einmal im Pokal, 6 mal in der Europa League) konnte er bei den Schwaben keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und so einigte man sich auf eine Vertragsauflösung.
### Das Kapitel Bundesliga ist auch für den 23-jährigen Argentinier Raul Bobadilla vorerst vorbei. Seine Torquote bei Borussia Mönchengladbach ist für einen Mittelstürmer mit sieben Toren in 44 Bundesligaspielen eher mäßig, er fiel außerdem wiederholt durch Disziplinlosigkeiten auf dem Platz auf und wurde Ende 2010 deshalb in die zweite Mannschaft verbannt. Bobadilla wird daher nun bis zum Saisonende an den griechischen Erstligisten Aris Thessaloniki verliehen. Die Chance zur Rückkehr besteht jedoch, denn eine Kaufoption wurde nicht vereinbart und Sportdirektor Max Eberl versichert: „Wir werden Raul Bobadilla in den nächsten Monaten im Auge behalten und seine Entwicklung verfolgen, denn wir sind von seinen sportlichen Qualitäten weiter überzeugt. Aus diesem Grund war es uns wichtig, dass er in Europa bleibt.“
Die Transferliste schließt offiziell am 31. Januar um 00:00 Uhr. Weitere Abgänge werden dann hier im Laufe der Zeit ergänzt.
Fiese Szene von Nationalspieler Lukas Podolski, der seinen Gegenspieler Edin Dzeko in einem Zweikampf äußerst unglücklich mit den stollenbesetzten Tretern erwischt…
Übermotiviert und unnötig. Und dann auch noch mit dem starken linken Fuß
Beobachtet am vergangenen 14. Bundesligaspieltag, bei der Begegnung des 1.FC Köln und des VfL Wolfsburg, Endstand 1:1
Die zweite Runde des DFB-Pokals der Saison 2010/11 steht an. Neben den obligatorischen Begegnungen der Topteams aus Liga 1 und 2 (FC Bayern gegen Bremen, ARD-Livespiel heute um 20:30), gibts natürlich wie immer auch ein paar ungleichere Duelle, u.a. empfängt der Oberligist SC Viktoria Hamburg im aller Voraussicht nach ausverkauften Millerntor-Stadion den VfL Wolfsburg um seine internationalen Stars Diego, Dzeko, Grafite und Co. Die Außenseiter haben sich zur Einstimmung auf ihr “Spiel des Lebens” eine nette Videoaktion überlegt.
Kleine Hamburger ärgern die Wölfe…
Der Bundesligist aus der Auto-Stadt hat darauf eine schlagfertige überraschende Antwort gefunden
Die Jagd beginnt…
Mario Mandzukic, nach Simon Kjaer der zweite junge, talentierte und ziemlich teure Neuzugang des VfL Wolfsburg im Sommer 2010.
7 Mio. EUR überweisen die Wölfe als Ablöse für den 24-jährigen an den kroatischen Serienmeister Dinamo Zagreb. In den vergangenen drei Jahren wurde Mandzukic seiner Stürmerrolle dort durchaus gerecht, er erzielte in 110 Spielen beachtliche 52 Tore. Auch seine Nationalmannschaftskarriere kann sich mit 20 Junioreneinsätzen für Kroatien und fünf Toren, sowie 13 A-Länderspielen und einem Tor (bei namhafter Konkurrenz: Olic, Klasnic, Petric, Eduardo) schon sehen lassen.
“Wir sind froh, dass wir Mario Mandzukic verpflichten konnten und sind überzeugt, dass er uns mit seiner Power in der Offensive unterstützen wird. Er ist sehr laufstark und wir haben in unserem Spiel nach vorne nun mehrere Möglichkeiten. Zudem ist es natürlich von Vorteil, dass er gut deutsch spricht”, so Dieter Hoeneß, Vorsitzender der Geschäftsführung des VfL Wolfsburg.
Cheftrainer Steve McClaren ergänzte: “In unserem System ist es wichtig, dass die Stürmer flexibel sind. Und es ist wichtig, dass er Tore schießen kann. Ich habe Mandzukic schon lange im Visier und bin glücklich, dass er nun bei uns ist.”
Nach dem Abgang von Obafemi Martins sicherlich ein guter, variabler Ersatz im Sturmzentrum sowie auf den Außenbahnen. Ich traue ihm den Durchbruch in der Bundesliga grundsätzlich durchaus zu. Der VfL gibt ihm dafür ein bisschen Zeit, Hoeneß hat Mandzukic ganz bewusst mit einen Vierjahresvertrag ausgestattet.
Der 21-jährige Innenverteidiger Simon Kjaer kommt für 12 Millionen von US Palermo zum VfL Wolfsburg.
Mit zwei überzeugenden WM-Spielen für Dänemark in Südafrika spielte er sich im vergangenen Juni ins Blickfeld der breiten internationalen Öffentlichkeit (insgesamt durfte er sein Land bisher bei 14 Jugend- und 9 A-Länderspielen vertreten). Dem aufmerksamen Fußballfachmann dürfte der Name aber auch vorher schonmal untergekommen sein. Kjaer gilt bereits seit längerem als große dänische Defensivhoffnung, 2009 gabs die Bestätigung als Talent des Jahres.
Spielpraxis hat er in den vergangenen zwei Jahren in der italienischen Serie A ganz ordentlich gesammelt. Stammspieler in Palermo, 62 Spiele, 5 Tore, 2 Vorlagen… in dem Alter mehr als beachtlich.
In Wolfsburg soll er nun zusammen mit Nationalspieler Arne Friedrich (kam für 2 Mio. von Absteiger Hertha BSC) ein festes, stabiles, dauerhaftes Innenverteidigerpaar bilden. Die 58 Gegentreffer der vergangenen Saison zeigen die Dringlichkeit auf. Selbst der Tabellenletzte Berlin kassierte weniger Buden (56).
Kjaer selbst will mit den Wölfen noch hoch hinaus: “Der Wechsel ist für mich eine Chance, bei einem Spitzenclub zu spielen. Ich glaube, dass dies für mich jetzt der richtige Schritt ist. Wir haben eine starke Mannschaft, die in der Bundesliga oben mitspielen kann. Ich möchte mir hier einen Stammplatz sichern”.
Videomaterial gibts nicht allzu viel, seine 5 Palermo-Tore sind aber durchaus ansehnlich…
Wir sehen gefühlvolle Heber ebenso wie wuchtige Kopfbälle, vor allem fällt aber auf: bei Standardsituationen ist der Typ mit seinen knapp 1,90m immer brandgefährlich.
Fazit: ein guter Fang, wenn auch vielleicht ein bisschen zu teuer, aber da hat der VfL meiner Meinung nach seit Jahren ein Problem (Ziani für 7 Mio, Rever für 5 Mio, Barzagli für 14 Mio, Zaccardo für 7 Mio… jedes Mal weit über dem tatsächlichen Marktwert bezahlt), oder eher keins, denn mit VW im Rücken scheinen solche Summen ja dann doch wieder jedes Jahr aufrufbar zu sein.
Europa League 2009/10 Viertelfinale Rückspiel
VfL Wolfsburg – FC Fulham 0:1
0:1 Bobby Zamora (1., Linksschuss, Vorlage Gera)
vor 25.000 Zuschauern in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg
Die Zusammenfassung des Spiels
Außerdem auch hier, hier und hier zu sehen
Der VfL lethargisch und erschreckend schwach, so kommt keiner ins Europa League Halbfinale, da war definitiv mehr drin. Eine ausführlichere Spieleinschätzung gibts bei den Kollegen vom VfLWolfsburgblog.
Europa League 2009/10 Viertelfinale Hinspiel
FC Fulham – VfL Wolfsburg 2:1
1:0 Bobby Zamora (59., Linksschuss, Vorlage Dempsey)
2:0 Damian Duff (63., Linksschuss, Zamora)
2:1 Alexander Madlung (89., Kopfball, Misimovic)
vor 25.000 Zuschauern im Craven Cottage in London
Die Zusammenfassung des Spiels
Außerdem auch hier, hier und hier zu sehen
Eine akzeptable Europapokalpartie des VfL Wolfsburg, am Ende stimmt dank des wichtigen Auswärtstors von Alexander Madlung kurz vor Schluss auch das Ergebnis. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag reicht nun ein 1:0 Heimsieg zum Halbfinaleinzug. Eine ausführlichere Spieleinschätzung gibts bei den Kollegen vom VfLWolfsburgblog






