The ZERO Must Stand, so der “matthäussche” Titel einer innovativen Kampagne, die ich an dieser Stelle mal empfehlen möchte
Coca Cola lässt euch im Elfmeterschießen auf Youtube gegen FC Bayern Torhüter Manuel Neuer antreten. Ihr wählt die Ecke aus, tretet in der richtigen Sekunde gegen den Ball, drückt die Daumen und schaut dem Nationalkeeper beim Abwehrversuch zu. Die ein oder andere Überraschung ist auch noch versteckt (u.a. “Dieses Tor ist in deinem Land nicht verfügbar”
).
Na dann, los geht’s, haut dem Manu mal die Bälle um die Ohren…
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So, wir wachen dann auch mal so langsam wieder aus dem Winterschlaf auf.
Was gibt’s denn schöneres zum Wachwerden als einen herrlichen Treffer auf dem Fußballplatz?! Und genau so einen lieferte uns in der vergangenen Woche Torhüter Tim Howard vom englischen Erstligisten FC Everton. Im Premier League Spiel gegen die Bolton Wanderers gelang ihm dieser sensationelle Treffer…
Vom eigenen Strafraum über das gesamte Spielfeld bis an den gegnerischen Sechzehner und über Boltons Schlussmann ins gegnerische Tor. Eine schöne Geschichte
Ein eindrucksvoller und ebenso kurioser Treffer, der dem Keeper der San Jose Earthquakes David Bingham im gestrigen Testspiel gegen den englischen Premier League Klub West Bromwich Albion gelang.
Er vereitelt einen gegnerischen Angriff, nimmt den Ball auf, lässt sich Zeit, wartet, und wartet, guckt, und wartet, legt sich den Ball zurecht, wartet, schießt die Kugel schließlich über das gesamte Spielfeld in den gegenüberliegenden Strafraum und hat das Glück, dass der Ball genau an der richtigen Stelle aufspringt und über den gegnerische Torhüter fliegt, der in dieser Situation zwar recht weit außerhalb seines Kastens steht, aber im Ernst, wer rechnet denn mit so einem Ding…
Das gelingt einem in seinem Torhüterleben wohl nur ein einziges Mal. Kann der 21-jährige Bingham so langsam also ans Karriereende denken
Englische Torhüter, ein Kapitel für sich ![]()
Doch nach der Keeper-Generation der 90er und 2000er mit Größen wie David Seaman, Paul Robinson und David James scheint die Insel nach langer Zeit endlich mal wieder halbwegs brauchbares Spielermaterial hervorzubringen, wie die grandiose Saison des 24-jährigen Charles Joseph John Hart, genannt Joe Hart, von Manchester City beweist.
Ihm darf ein großer Beitrag am erfolgreichen Saisonabschluss seines Klubs mit Platz drei in der Premier League und dem Gewinn des FA-Cups (dem ersten Titel seit 35 Jahren) zugeschrieben werden. In 38 Ligaspielen hielt der Neu-Nationalspieler 18 mal seinen Kasten sauber und wurde dafür mit dem “Barclays Golden Glove” ausgezeichnet, dem englischen Award für die weiße Torhüter-Weste. Ein englischer Top-Torhüter bei einem englischen Erstligisten, nicht schlecht. Insgesamt musste er im vergangenen Premier League Jahr nur 33 Gegentreffer einstecken, die wenigsten der Liga.
Und dann gab’s da noch diesen Vorfall…
Im Lokalderby gegen Manchester United liegen Hart und seine Citizens in der 92. Minute mit 0:1 zurück. Es gibt noch mal einen Eckball für die Hellblauen, Hart geht volles Risiko und verlässt seinen Kasten, um im gegnerischen Strafraum Unruhe zu stiften und vielleicht irgendwie den Ball doch noch zum Ausgleich über die Linie zu drücken. Doch es kommt anders, der Angriff wird abgewehrt und plötzlich geht alles ganz schnell. Rooney und Giggs setzen zum Gegenschlag an und stürmen auf’s leere City-Tor zu. Aus dem Nichts kommt Hart plötzlich wieder ins Bild. Er raaaaast die hundert Meter zurück über den gesamten Platz und kann Rooneys von der Mittellinie getretenen Heber gerade noch in spektakulärer Art und Weise am Kasten vorbeilenken.
Wahnsinn, der wohl schnellste Torhüter der Premier League, Kompliment… ![]()
Ein kurioser Torjubel aus der nordamerikanischen Major League Soccer…
Der 30-jährige Stürmer Roger Levesque baut die Führung seiner Seattle Sounders gegen die New York Red Bulls nach einer Panne des Bulls-Torhüters Greg Sutton auf 4:2 aus und lässt sich anschließend ganz in Tauchermanier rückwärts von der Werbebande fallen.
Kreativ und mutig, einen Meter geht’s da hinten immerhin abwärts… ![]()
Es war Sonntag, der 12. Juni 2011, in der Provinzhauptstadt des norditalienischen Piemont, Endspiel um den Aufstieg in die Erstklassigkeit, nach 90 Minuten zeigte die Anzeigetafel ein glückliches 2:0 für die Heimmannschaft aus Novara.
Das gerade einmal 7.500 Zuschauer fassende Stadio Silvio Piola bebte und nach dem Abpfiff gab es vor allem für Torhüter Alberto Maria (genannt Jimmy) Fontana kein Halten mehr. Noch auf dem Rasen feierte er ausgelassen und vollkommen hemmungslos den Aufstieg seines Klubs Novara Calcio in die italienische Serie A.
Los ging’s ganz gemächlich mit dem Jubel auf der Trainerbank in Richtung Haupttribüne, das Ganze steigerte sich mit einem Hechtsprung in die Deko des zum Interview bereitstehenden Fernsehteams und endete in einem Sprint ohne Hose, dafür aber mit einem Feuerlöscher…
Novara setzte sich als Tabellendritter der Serie B in den abschließenden Play-offs gegen Reggina (0:0 und 2:2) und Padova (0:0 und 2:0) durch und kehrt damit nach 55 Jahren Abstinenz wieder in das Oberhaus des italienischen Fußballs zurück. Ihnen gelang damit der beeindruckende Durchmarsch von der dritten in die erste Liga.
Stolze Leistung, Glückwunsch und viel Spaß im nächsten Jahr beim Aufeinandertreffen mit Inter, Milan, Juve und Co.
Heute habe ich ein äußerst kurioses Tor bzw. Nicht-Tor für euch, das Keeper Sebastián Blázquez vom argentinischen Zweitligsten Patronato de Paraná da am vergangenen Spieltag gegen Independiente Rivadavia kassieren musste… oder auch nicht…
Der Ball kommt dank sträflicher Passivität der Mitspieler halbhoch als gefährlicher Fernschuss aus der Mitte der eigenen Hälfte, knallt an die Latte, Blázquez steht zu weit vor seinem Kasten und kann der Kugel folglich im Sprung nur hinterher sehen, die kommt ihm nun als Abpraller entgegen, springt vom Schlussmann unglücklich wieder zurück Richtung Tor, zappelt jedoch nicht zur Beruhigung aller im Netz, sondern springt von der Hintertorstange wieder raus ins Feld.
Die Situation sieht für die Gäste aus Paraná äußerst unglücklich aus, aber sollte eigentlich für sämtliche Beteiligten eindeutig zu bewerten sein. Der Ball hat die Linie für einen kurzen Moment vollständig überquert, entsprechend feiern die hinter dem Tor postierten Fans der Heimmannschaft. Doch ihnen bleibt der Jubel umgehend im Hals stecken als sie bemerken, dass Schieds- und Linienrichter den Treffer nicht anerkennen, sondern weiterspielen lassen. Keiner der Unparteiischen will das Spielgerät über der Torlinie gesehen haben, da hilft auch die anschließende Belagerung und lautstarke Beschwerde durch Betreuer und Auswechselspieler nicht weiter. Tatsachenentscheidung nennt man das dann wohl
Schöne Geschichte, hier das Video… ![]()
Spielentscheidend war die Szene im Übrigen nicht, Independiente Rivadavia entschied die Partie am Ende mit 3:0 für sich und sicherte sich kurz vor Saisonschluss noch einmal wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Bei einem Länderspiel zwischen Venezuela und Kolumbien vor zwei Jahren (Endstand 2:0) tat sich ein Maskottchen während der Partie in besonderem Maße hervor. Allerdings nicht durch dessen übliche Tätigkeiten Tanzen, Jubeln, Anfeuern, nein, es parierte den Fernschuss eines Venezuelaners glänzend, nachdem der Ball weit über den Kasten und die Torauslinie gesegelt war.
Alles regelkonform also, aber sehr lustig anzusehen…
Wie er nach der Parade noch aufsteht und sich feiern lässt, herrlich
Immer wieder ein Kuriosum, so ein direkter Treffer nach dem Abschlag eines Torhüters. Jüngst mal wieder erzielt von Marcel Schuhen, dem U19-Schlussmann des 1.FC Köln, beim Aufeinandertreffen mit der SG Wattenscheid in der Bundesliga West der A-Junioren.
Das Spiel befindet sich in einer heißen Schlussphase, Köln führt mit 3:2, steht jedoch mächtig unter Druck, die Gäste aus Wattenscheid erkämpfen sich einen Eckball, wollen unbedingt noch das Tor zum Ausgleich erzielen und stehen daher mit allem verfügbaren Personal (inklusive des eigenen Torwarts) im gegnerischen Strafraum. Doch der Ball kommt nach all der Anspannung ziemlich unplatziert in den Fünfer, Keeper Schuhen entschärft die Lage für den FC, konzentriert sich ein paar Sekunden lang, holt kräftig aus und schlägt den Ball über die gesamte Länge des Platzes ins gegnerische Tor.
Mutig, mutig, sich so ein Ding zu trauen. Und schön anzusehen…
Dass Torhüter oft deutlich mehr drauf haben als nur stumpfe automatisierte Reflexe und mehr oder weniger gefährliche Abschläge, haben wir neulich in Person von Lassi Hurskainen schon sehr anschaulich sehen können. Doch Tricks und Schüsse auf dem Trainingsplatz sind das Eine, tatsächliche Torerfolge in Pflichtspielen, unter greifbarem Druck und vor Tausenden Zuschauern sind nochmal eine ganz andere Dimension…
Die Meldung des Tages: Der 38-jährige Brasilianer Rogerio Ceni erzielte beim gestrigen Ligaspiel seines FC São Paulo gegen den Stadtrivalen SC Corinthians den spielentscheidenden Treffer zum 2:1 und damit das 100. Tor seiner Karriere… als Torhüter! Die beeindruckende Trefferanzahl summiert sich durch Erfolge in Form von bisher 56 Freistößen und 44 Elfmetern, die tatsächlich allesamt offiziellen Pflichtspielen entstammen.
Ceni ist damit mit Abstand der torgefährlichste Schlussmann der weltweiten Fußballhistorie. Auf den weiteren Plätzen folgen weit abgeschlagen der legendäre José Luis Chilavert mit 62 Toren, der noch aktive Bulgare Dimitar Ivankov mit 42 Treffern, sowie Jorge Campos (Mexiko) und René Higuita (Kolumbien) mit je 38 Torerfolgen. Eine vollständige Auflistung der gefährlichen Keeper findet sich in der englischen Wikipedia. Unter den Top10 erkennen wir eine signifikante Häufung von Mittel- und Südamerikanern, Zufall oder System? Egal, Rogerio Ceni sticht sie alle aus.
Wirklich beeindruckend, hier mal eine Auswahl seiner Treffer, echt schöne Dinger dabei, tolle Schusstechnik, klar, brasilianisches Blut…
Nette Trivias an dieser Stelle noch, er spielt seit 1992 für den FC São Paulo, ist auch heute noch Kapitän und Rekordspieler des Vereins, dreifacher brasilianischer Meister, zweifacher Gewinner der Copa Libertadores und das Beste zum Schluss: sein vollständiger Name lautet Rogerio Mücke Ceni






