Ein kleiner Videotipp kurz vor WM-Start: Bundestrainer Joachim Löw porträtiert von Boris Büchler im ZDF.
Seit 1425 Tagen ist Joachim Löw im Amt des Bundestrainers. Seit 12. Juli 2006. Der Mann geht seinen Weg und hält an seinen Prinzipien fest. Und hat sich akribisch auf die WM in Südafrika vorbereitet.
Zu finden in der Online-Mediathek des ZDF
Wer weiß, vielleicht ist die WM in Südafrika sein letztes Turnier als Trainer der deutschen Nationalmannschaft?!
Interessant: rechnet man die Ergebnisse der Länderspiele in das Punktesystem um (3 für einen Sieg, 1 für ein Unentschieden), dann ist die Ära Löw die erfolgreichste Zeit der DFB-Geschichte (Stand: heute) – 2,24 Punkte pro Spiel (unter Klinsmann gabs 2,0; unter Völler 1,85; Beckenbauer 1,89; Schön 2,09). Einzig ein Titel fehlt… noch…
Ein hintergründiger Blick auf Gesellschaft, Landschaft, Politik und Geschichte des jeweiligen Gastgebers, auch das ist, neben den Übertragungen vom grünen Rasen, seit jeher Teil der Berichterstattung von Fußball-Weltmeisterschaften. Südafrika bildet 2010 da keine Ausnahme, ein besonderer Fall ist es aber, denn nach Europa, Süd- und Nordamerika und Asien darf nun erstmals Afrika die Welt zur größten Sportveranstaltung der Welt begrüßen.
Südafrika hat viel zu erzählen, die deutschen TV-Sender hören zu. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Kanäle schenken den Themen Fußball und Afrika momentan zahlreiche Sendeminuten. In den Zeiten von Online-Mediatheken und Videoportalen verschwinden die Reportagen, Berichte und Interviews glücklicherweise nicht nach der erstmaligen Ausstrahlung in irgendeinem Archiv.
Ich habe mich also mal ein wenig umgesehen und präsentiere hier meine Auswahl an sehenswerten Dokumentation über Land und Leute…
Durch die Nacht mit… Marcel Reif und Robert Marawa – Begegnung in Johannesburg – arte, 51 Minuten
Cup der Guten Hoffnung – Südafrika und die Fußball WM – ZDF, 44 Minuten
Global Players – Über das Wirtschaftswunder Fußball und die WM 2010 – ARD, 44 Minuten
Weiße Elefanten – Sport Inside blickt in die WM-Stadien – WDR, 30 Minuten
Cup der Hoffnung – Was bleibt nach der Fußball WM? – arte, 45 Minuten
Kapstadt – Die afrikanische Verführung – ZDF, 43 Minuten
Kapstadt und Umgebung – ARD, 25 Minuten
Afrika Unplugged Teil 1 und 2 – Quer durch Afrika zur WM – ZDF, 2 x 15 Minuten
Wunderland Südafrika – ARD, 29 Minuten
24 Stunden Südafrika – Interviews, Geschichten, Kommentare – ZDF
Er ist der Hauptdarsteller des Turniers, alles dreht sich um ihn, nichts geht ohne ihn… Jabulani heißt er, der offizielle Spielball der
Weltmeisterschaft 2010
. Er stammt aus dem Hause Adidas, sein Name bedeutet in der Sprache der in Südafrika lebenden Zulu so viel wie “Feiern”.
Der Hersteller schwärmt in den höchsten Tönen: “Mit nur acht neuartigen, thermisch verschweißten und erstmals sphärisch geformten 3D Panels erreicht der Jabulani eine bisher nie dagewesene Rundheit. Das neu entwickelte ‘Grip’n'Groove’ Profil sorgt für ein außergewöhnlich stabiles Flugverhalten und eine perfekte Griffigkeit bei allen klimatischen Bedingungen.”
Aus dem Lager der WM-Protagonisten kommen dagegen vermehrt kritische Stimmen. Brasiliens Torhüter Julio Cesar findet den WM-Ball “schrecklich”, Italiens Buffon meint es sei eine “Schande, ein so wichtiges Turnier mit solch einem Ball zu spielen” und auch die Spanier Iker Casillas und Xavi äußerten nach den Vorbereitungsspielen bereits ihren Unmut.
Wie auch immer, Kritik gibt es bei jeder neuen Ball-Generation, geändert wird jetzt nichts mehr, die Spieler werden sich dran gewöhnen müssen, alle spielen letztlich mit dem gleichen Ball-Typ, also was solls.
In einer kleinen Videodokumentation begleiten wir das Spielgerät nun mal auf seiner Reise von der Konzeption bis hin zur Produktion. Los gehts mit ein paar Worten zum Design von den verantwortlichen Grafikern Julien Wade und Thomas Weege…
Ein Videotipp zum heutigen Freitag…
Global Players, Ein Film über das Wirtschaftswunder Fußball, eine 45-minütige Reportage von ARD-Autor Tom Theunissen, frei abrufbar in der ARD-Mediathek [leider mittlerweile nicht mehr verfügbar].
Der Fußball als Heilsbringer, als Jobmaschine, Konjunkturmotor und Friedensengel. Der Film liefert anhand der Erlebnisse und Handlungen einiger Protagonisten eine andere Perspektive auf das Mammutprojekt Fußball-WM, abseits von Pressekonferenzen, Nachrichtenbildern und öffentlichen Statements. Er zeigt in einer langfristigen Beobachtung die positiven und kritikwürdigen Bestrebungen und Begleiterscheinungen deutschen Engagements vor Ort – von echter Hilfe über Besserwissertum bis zur Geschäftemacherei. So entsteht eine Reportage rund um ein Großereignis, mit zahlreichen Einblicken in die soziale Realität eines Schwellenlandes.
Sehr sehenswert, als etwas hintergründigere Einstimmung auf Südafrika und die Weltmeisterschaft.






