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11.Jan 2012

So, wir wachen dann auch mal so langsam wieder aus dem Winterschlaf auf.

Was gibt’s denn schöneres zum Wachwerden als einen herrlichen Treffer auf dem Fußballplatz?! Und genau so einen lieferte uns in der vergangenen Woche Torhüter Tim Howard vom englischen Erstligisten FC Everton. Im Premier League Spiel gegen die Bolton Wanderers gelang ihm dieser sensationelle Treffer…

Vom eigenen Strafraum über das gesamte Spielfeld bis an den gegnerischen Sechzehner und über Boltons Schlussmann ins gegnerische Tor. Eine schöne Geschichte :)

 

1.Aug 2011

Der Hamburger SV nach dem radikalen Umbruch im Sommer 2011 – gemächlicher Neuaufbau im Ligamittelfeld oder doch Geheimtipp für ganz oben? Dreizehn Abgängen stehen bisher fünf Neuverpflichtungen und ebenso viele Rückkehrer von Leihvereinen (u.a. Marcus Berg von Eindhoven und Mickaël Tavares vom FC Middlesbrough) gegenüber. Besonders auffällig dabei: Der Vorjahresachte HSV verstärkt sich mit gleich vier neuen Spielern vom Abramovic-Klub FC Chelsea. Wurde in der Elbe ein Piratenschatz gehoben oder biedert man sich den Engländern als Ausbildungsverein an? Schauen wir mal etwas genauer auf die ungewöhnliche Strategie der Hamburger.

Die ganze Geschichte begann im vergangenen Februar mit der Bekanntgabe der Verpflichtung von Frank Arnesen als neuem Sportchef und Vorstandsmitglied zur nachfolgenden Bundesliga-Saison. Der 55-jährige Däne arbeitete zuvor sechs Jahre lang als Sportdirektor, Nachwuchskoordinator und Chefanalytiker beim FC Chelsea. Seinen Chefscout Lee Congerton bringt der ehemalige Profi (u.a. Ajax Amsterdam, Valencia und Eindhoven, 52 Länderspiele) von dort auch gleich mit in die Hansestadt.

HSV-Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff kommentierte begeistert: “Ich bin sehr glücklich, dass uns diese großartige Lösung gelungen ist. Frank Arnesen hat nicht nur mit seiner Erfahrung als Manager internationaler Top Clubs Erfahrungen gesammelt, sondern insbesondere durch seinen Fokus auf Nachwuchsarbeit und der Ausbildung von Spielern genau die Kompetenz, die für uns in Zukunft von richtungsweisender Bedeutung ist“.

Und genau diesen Weg schlägt der HSV nun auch konsequent ein. Gemeinsam mit Trainer Michael Oenning krempelte Arnesen die Mannschaft in der Sommerpause vollständig um. Gestandene und langjährige Profis verließen den Verein, u.a. Ruud van Nistelrooy (ablösefrei zum FC Malaga), Zé Roberto (ablösefrei nach Katar), Frank Rost (ablösefrei zu den New York Red Bulls), Joris Mathijsen (für 2,5 Mio. zum FC Malaga), Jonathan Pitroipa (für 3,5 Mio. zu Stade Rennes) und Piotr Trochowski (ablösefrei zum FC Sevilla). Ersetzt wurden sie in erster Linie durch junge Kicker aus den eigenen Reihen und eben durch eine Gruppe vielversprechender Talente vom Premier League Vizemeister FC Chelsea.

Die vier ehemaligen Londoner, die Arnesen an die Elbe lotsen konnte, hier mal im Kurzportrait…

Gökhan Töre – 19 Jahre, Offensiv-Allrounder, bevorzugt auf den Flügeln aktiv, kommt ablösefrei, Vertrag bis 2014, türkischer Juniorennationalspieler, in Köln geboren, ausgebildet bei Bayer Leverkusen, 2009 bis 2011 bei Chelsea, trainierte dort mit der ersten Mannschaft, spielte aber nur in der Reserve, bulliger Typ mit starker Physis, erinnert vom Spiel her ein bisschen an Wayne Rooney, hier ein paar Spielszenen, könnte auf den Flügeln zu einer ernsthaften Alternative werden, wenn z.B. Eljero Elia mal wieder die Lust am Spiel verliert

Michael Mancienne – mit 23 Jahren der Oldie unter den Neuen, Allrounder in der Abwehrkette, am häufigsten Innenverteidiger, 2.5 Mio. Euro Ablöse, spielte von der U16 bis zur U21 in sämtlichen Juniorennationalmannschaften Englands, bei Chelsea ausgebildet, gilt als schnell und vielseitig, sammelte in den vergangenen fünf Jahren bereits Erst- und Zweitligaerfahrung bei den Leihvereinen Queens Park Rangers und Wolverhampton Wanderers, ausgestattet mit einem Vierjahresvertrag, hier ein lesenswertes Interview von Mancienne bei den Kollegen von spox.com über Wechsel, Eingewöhnung und Aussichten in Hamburg

Jeffrey Bruma – 19 Jahre, mit vollem Namen Jeffrey Kevin van Homoet Bruma, Niederländer, Innenverteidiger, seit 2007 in London, vom HSV zunächst für zwei Jahre ausgeliehen (der FC Chelsea soll eine Rückholklausel nach dem ersten Jahr haben; wird diese nicht gezogen, fällt dem HSV eine Kaufoption zu), gilt in der Heimat als absolute Abwehrhoffnung für die Zukunft, schon zwei A-Länderspiele, besticht durch kraftvolles Spiel, ebenso aber auch technisch beschlagen, hier ein paar Spielszenen, soll wohl ernsthaft die erste Wahl als Nachfolger von Joris Mathijsen und David Rozehnal im Abwehrzentrum sein

Jacopo Sala – 19 Jahre, rechtes und zentrales Mittelfeld, italienischer U19-Nationalspieler, kostete überschaubare 100.000 Euro Ablöse, Vertrag bis 2014, wechselte vor vier Jahren von Atalanta Bergamo in Chelseas Jugendabteilung, hier der obligatorische Youtube-Zusammenschnitt, soll im Vergleich zu den anderen Neulingen etwas behutsamer aufgebaut werden und wird wohl nicht sofort in der Stammelf auftauchen

Allesamt also junge, hochtalentierte Spieler mit internationaler Erfahrung in Nachwuchsnationalmannschaften, deren Entwicklung Arnesen in den vergangenen Jahren hautnah beobachten konnte und die nun langfristig in der Hansestadt gebunden wurden. An absolute Fehlgriffe glaube ich daher hier keinesfalls, lediglich die Dauer der Eingewöhnung und der Integration ins Spiel des HSV dürften zeitkritische Aspekte darstellen. Finanziell haben sich Hamburger mit diesen vielversprechenden Transfers jedenfalls erstaunlicherweise kaum belastet, es besteht somit keine Notwendigkeit der sofortigen Refinanzierung durch die Qualifikation für europäische Wettbewerbe.

Trainer Michael Oenning gilt darüber hinaus als Fachmann für die Entwicklung junger Spieler; angemessenes Spielermaterial hat er also bekommen, nun beginnt die alltägliche Arbeit im Training. Mit etwas Geduld und Vertrauen kann der HSV nach ein, zwei Jahren der Findung und Abstimmung vielleicht auch wieder weiter oben in der Bundesliga-Tabelle mitmischen. Etwas Zeit sollte man den Verantwortlichen jedoch schon geben, den schlagartigen Abgang der halben Stammelf steckt schließlich keine Mannschaft so ohne weiteres weg.

Hinter der Auswahl der Neuzugänge ist jedenfalls eine klare Struktur und Idee zu erkennen, die den geneigten Fan zu Recht auf mittel- bis langfristige Erfolge hoffen lässt.

 

2.Jul 2011

Englische Torhüter, ein Kapitel für sich :)
Doch nach der Keeper-Generation der 90er und 2000er mit Größen wie David Seaman, Paul Robinson und David James scheint die Insel nach langer Zeit endlich mal wieder halbwegs brauchbares Spielermaterial hervorzubringen, wie die grandiose Saison des 24-jährigen Charles Joseph John Hart, genannt Joe Hart, von Manchester City beweist.

Ihm darf ein großer Beitrag am erfolgreichen Saisonabschluss seines Klubs mit Platz drei in der Premier League und dem Gewinn des FA-Cups (dem ersten Titel seit 35 Jahren) zugeschrieben werden. In 38 Ligaspielen hielt der Neu-Nationalspieler 18 mal seinen Kasten sauber und wurde dafür mit dem “Barclays Golden Glove” ausgezeichnet, dem englischen Award für die weiße Torhüter-Weste. Ein englischer Top-Torhüter bei einem englischen Erstligisten, nicht schlecht. Insgesamt musste er im vergangenen Premier League Jahr nur 33 Gegentreffer einstecken, die wenigsten der Liga.

Und dann gab’s da noch diesen Vorfall…
Im Lokalderby gegen Manchester United liegen Hart und seine Citizens in der 92. Minute mit 0:1 zurück. Es gibt noch mal einen Eckball für die Hellblauen, Hart geht volles Risiko und verlässt seinen Kasten, um im gegnerischen Strafraum Unruhe zu stiften und vielleicht irgendwie den Ball doch noch zum Ausgleich über die Linie zu drücken. Doch es kommt anders, der Angriff wird abgewehrt und plötzlich geht alles ganz schnell. Rooney und Giggs setzen zum Gegenschlag an und stürmen auf’s leere City-Tor zu. Aus dem Nichts kommt Hart plötzlich wieder ins Bild. Er raaaaast die hundert Meter zurück über den gesamten Platz und kann Rooneys von der Mittellinie getretenen Heber gerade noch in spektakulärer Art und Weise am Kasten vorbeilenken.

Wahnsinn, der wohl schnellste Torhüter der Premier League, Kompliment… :)

 

26.Mrz 2011

Ein Werbeklassiker mit prominenter Besetzung :D

David Beckham, damals noch in Diensten seines Ausbildungsvereins Manchester United, bittet im Kabinengang einen jungen Fußballfan um einen erfrischenden Schluck aus der Pepsi-Dose und erfüllt im Anschluss dessen Wunsch nach der Überreichung seines Trikots. Doch die Reaktion des Kleinen kommt alles andere als erwartet und ist Gold wert… :P

Hier mit einem Augenzwinkern in Werbeform aufgearbeitet. Erinnert mich aber lebhaft an ein reales Ereignis von Liverpool-Star Steven Gerrard vor etwa zwei Jahren im Vorfeld einer Premier League Partie gegen den ewigen Konkurrenten FC Chelsea, auch eine spaßige Begegnungen mit einem Nachwuchsfan.

 

15.Feb 2011

Ein Nachtrag noch vom Manchester-Derby in der Premier League vom vergangenen Wochenende.
Spitzenreiter United besiegte den innerstädtischen Herausforderer und aktuellen Tabellendritten City nach hartem Kampf mit 2:1. Bedanken dürfen sich die ManU-Fans bei Nationalstürmer Wayne Ronney, der mit einem traumhaften Fallrückzieher nach Flanke von Nani in der 78. Minute den entscheidenden und erlösenden Treffer markierte.

Erstklassig, wow, hier das Tor…

 

31.Jan 2011

Ein paar Neuzugänge des Transferfensters im Winter 2011 gilt es noch zu beleuchten. Ganz oben auf meiner Liste steht Ryan Babel, Flügelstürmer, niederländischer Nationalspieler, kommt für 7 Millionen Euro Ablöse vom FC Liverpool zu 1899 Hoffenheim, “Wunschsspieler für die Offensive” von Neu-Trainer Marco Pezzaiuoli. In der Angriffsreihe bestand nach dem unrühmlichen Abgang von Demba Ba durchaus Handlungsbedarf. Gemeinsam mit Boris Vukcevic, Peniel Mlapa und Chinedu Obasi soll Babel nun die Außen beackern und allen voran Mittelstürmer Vedad Ibisevic mit Flanken füttern.

Für sein Alter von 24 Jahren kommt er mit einer beeindruckenden internationalen Erfahrung daher. Bis 2007 spielte er 73 mal für seinen Heimatklub Ajax Amsterdam, seitdem mit Liverpool 91 mal in der Premier League, 32 mal Champions League und 18 mal Europa League, obendrauf kommen noch 26 Junioren- und 40 A-Länderspiele für die Niederlande. Nicht schlecht, kann kaum ein Spieler seiner Altersgruppe vorweisen.

Seine Torausbeute lässt einen dagegen auf den ersten Blick stutzen (in Amsterdam nur 14, in Liverpool 12 und in der Nationalelf 5 Treffer, bei der Anzahl an Spielen sollte für einen Stürmer eigentlich mehr drin sein), wurde ihm gegen Ende seiner Zeit in England auch durchaus vorgeworfen, seine spielerischen Qualitäten liegen aber eben woanders und dürften dem Hoffenheimer Spiel sehr zugute kommen. Babel gilt als pfeilschnell, technisch äußerst beschlagen, durchsetzungsstark, ein idealer Konterspieler. Er wurde als klassischer niederländischer Außenstürmer im Stil von Robben, Kuyt, van Persie, Elia und Co. ausgebildet und das merkt man ihm auch an. Aber wenn man ehrlich ist… den ganz großen Durchbruch hat er in dreieinhalb Jahren an der Seite von Fernando Torres und Steven Gerrard nicht geschafft. In Liverpool trauern ihm nur wenige hinterher.

Mein Fazit lautet aber dennoch: Babel ist ein erstklassiger Neuzugang für die Hoffenheimer, er hat internationales Format, die Ablösesumme hielt sich in Grenzen, es ist mächtig Potenzial vorhanden. Ich glaube das funktioniert in Hoffenheim, denn das ist genau sein Spiel.

Noch ein Kuriosum am Rande: Babel ist einer der wenigen Fußballprofis, die aktiv selber twittern (@RyanBabel). Die lockere Art und Weise, in der er da auch seinen sportlichen Alltag kommentierte, führten Anfang des Jahres allerdings dazu, dass sein bereits angekratztes Image in England weiter litt und sich ein Abschied deutlich anbahnte. Nach einer Niederlage seines FC Liverpool gegen Manchester United im FA-Cup äußerte er sich z.B. abfällig über Schiedsrichter Howard Webb und photoshoppte ihn ins ManU-Trikot. Von der FA flatterte daraufhin eine saftige Geldstrafe ins Haus. Bin gespannt, ob er sich die offenherzige Kommunikation auch in der Bundesliga beibehält ;)

 

26.Sep 2010

Die Zuschauertribünen stehen in den englischen Stadien bekanntlich extrem nah am Spielfeld, Zäune gibt es keine, der Fan ist näher dran am Geschehen als irgendwo sonst. Für eine dichte Atmosphäre ist diese Bauform mitunter recht förderlich, für die Reservespieler bleibt vor einer Einwechslung dadurch meist jedoch außerhalb der Seitenlinie nur relativ wenig Platz zum Aufwärmen.

In London, Manchester, Liverpool und Co. ist hier also ein bisschen Kreativität gefragt. Emmanuel Eboue vom FC Arsenal zeigt uns seine recht eigenwillige Art und Weise der Vorbereitung zum Lockern und Dehnen…

Auf dem Fußballplatz definitiv noch nie gesehen :)

 

30.Aug 2010

Anekdoten aus dem Mutterland des Fußballs, “Absolute Dynamite!: Fußballgeschichten aus Großbritannien” von Carsten Germann, dem Nachfolger von “football’s home: Geschichten vom englischen Fußball” (Amazon Affiliate Links).

In 26 kurzweiligen, informationsreichen, teilweise bebilderten Reportagen gibt Germann einen wunderbaren Über- und Einblick in die britische Fußball-Welt. Er schwärmt von der traditions- und ereignisreichen Geschichte, der urigen Fankultur, den legendären Derbys, verschließt aber auch nicht die Augen vor dem fragwürdigen Wandel der gesamten Szenerie, er blickt hinter die schillernde Fassade der auf die Spitze getriebenen Kommerzialisierung, der Spekulationskultur von Investoren und der Fanflucht aus den Premier League Stadien.

Der differenzierte Blick sagt mir sehr zu. Der Autor lässt sich als externer Beobachter von keiner der Seiten vereinnahmen, sondern schafft den heiklen Spagat zwischen Verehrung des Erreichten und Warnung vor Drohendem.

Die Kurzbeschreibung

Großbritannien ist die Heimat des Fußballs. Und es ist bis heute die Heimat der skurrilsten Fans, der exzentrischsten Stars und der verrücktesten Geschichten. Nach seinem erfolgreichen Buch »Football’s Home« kostete der Journalist Carsten Germann erneut vom rauen Charme des Inselfußballs. Und berichtet beispielsweise über…

- Fans wie jene beiden älteren Herrn, die seit 1959 tausende Spiele der unteren Ligen beobachteten – bis zu fünf Begegnungen wöchentlich

- die darbenden Weltmeister von 1966, von denen einige aus Geldnot ihre Siegermedaillen verkauften

- das Champions-League-Spiel des walisischen Dorfvereins The New Saints FC aus Llandsanffraid-ym-Mechain gegen den glamourösen Titelverteidiger FC Liverpool.

Germanns 26 Reportagen bieten Lesegenuss pur für die riesige Zahl anglophiler Fußballfans.

Nicht fehlen dürfen natürlich Schilderungen über Englands traditionsreichen Fußballtempel in Wembley, über die Groundhopping-Szene und das legendäre Derby “Old Firm” zwischen Celtic Glasgow und den Glasgow Rangers. Ein toller Rundumschlag durch den englischen, schottischen, walisischen und nordirischen Fußball.

Germann berichtet seit acht Jahren vor Ort für verschiedene Zeitungen und Internetportale über den britischen Fußball. Seine Fachkenntnis und sein persönliches Interesse an jeder Geschichte merkt man ihm als Leser deutlich an. “Absolute Dynamite !” kann ich jedem Fußballinteressierten, der mal über den Bundesliga-Tellerrand hinaus schauen möchte, nur empfehlen.

Das Buch als Softcover-Ausgabe versandkostenfrei bei Amazon (Amazon Affiliate Link).

Seiten: 256 | Erscheinungsjahr: 2010 | Verlag: Die Werkstatt

 

9.Aug 2010

Manchester United besiegt den FC Chelsea beim gestrigen Community Shield (englische Ausgabe des Supercups) im Londoner Wembley-Stadion mit 3:1 und holt zum achtzehnten Mal den Titel (die vollständigen Highlights z.B. hier und hier).

Wäre mir ansich noch keine eigene Meldung wert, das sehenswerte 2:0 von Javier Hernandez möchte ich euch dann aber doch nicht vorenthalten ;)

Der Mexikaner (mit dem Spitznamen Chicharito = Erbschen, warum auch immer) überzeugt nach der scharfen Hereingabe seines Kollegen Luis Antonio Valencia mit einer eigenwilligen Schusshaltung… er wollte eben unbedingt einen Kopfball erzielen :)
Der Ball war drin, sein Team hat gesiegt, Stürmerherz was willst du mehr.

 

14.Apr 2010

Da war doch mal was… vor etwas mehr als einem Jahr habe ich hier im Blog noch beeindruckt auf die unglaubliche Dominanz englischer Vereinsmannschaften in den europäischen Wettbewerben geblickt. Englands Top-4 Manchester United, FC Chelsea, FC Liverpool und FC Arsenal herrschten über den Fußball-Kontinent, die Premier League galt uneingeschränkt als beste Liga der Welt, als Ziel eines jeden Spitzenfußballers.

Ich fasse den Stand März 2009 nochmal zusammen:

- 2007, 2008 und 2009 standen jeweils drei Premier League Klubs im Halbfinale der Champions League
- seit 2005 nahm immer mindestens eine englische Mannschaft am Finale teil
- 2008 gabs sogar ein rein englisches Finale
- zweimal holte man den Titel auf die Insel, 2005 FC Liverpool und 2008 Manchester United
- die Führung in der UEFA-Fünfjahreswertung schien für ein weiteres Jahrzehnt gesichert

Und wie sieht es heute aus?

- für zwei Teams endete die internationale Saison im Viertelfinale der Champions League, der FC Arsenal musste sich dem FC Barcelona, rund um Weltfußballer Lionel Messi, geschlagen geben, Manchester United unterlag mit Favoritenstatus überraschend dem FC Bayern München
- José Mourinho kegelte mit Inter Mailand seinen Ex-Klub FC Chelsea bereits im Achtelfinale aus dem Wettberwerb
- Liverpool konnte sich in der Gruppenphase der Königsklasse nicht gegen den AC Florenz und Olympique Lyon durchsetzen, als Trostpflaster musste die Europa League herhalten, das Team steht momentan (ebenso wie der FC Fulham) immerhin im Halbfinale der Europa League (doch es ist und bleibt der “Cup der Verlierer” ;) ).

Tja, geht 2009/2010 nun also Saison des Absturzes der Premier League in die Fußball-Geschichte ein?

Die Geldbörse sitzt jedenfalls nicht mehr allzu locker auf der Insel. Im vergangenen Sommer verlor die Liga bereits Cristiano Ronaldo (von Manchester United zu Real Madrid) und Xabi Alonso (vom FC Liverpool zu Real Madrid), weitere Aushängeschilder könnten in den kommenden Monaten folgen (Arsenals Cesc Fabregas wird seit langem vom FC Barcelona umworben, auch Liverpools Fernando Torres zieht es zurück in die spanische Heimat).

Die Premier League bleibt ohne Frage eine Topliga Europas, es mehren sich allerdings die Anzeichen, dass die außergewöhnliche Dominanz der englischen Klubs der vergangenen Jahre ein Ende hat. Real Madrid drängt mit unglaublichem (um nicht zu sagen: unverantwortbarem) finanziellen Druck zurück in Europas Spitze, der FC Barcelona könnte seine besten Jahre gar noch vor sich haben (Lionel Messi ist erst 22 Jahre alt, Andres Iniesta 25, Gerard Piqué 23, Bojan Krkic 19), in Italien ist Juventus Turin mit Buffon, Diego und Amauri zurück, Inter Mailand war nie weg (beeindruckendes und oft vergessenes Detail: der Klub ist in den vergangenen vier Spielzeiten italienischer Meister geworden) und mit dem FC Bayern darf man nach den grandiosen Champions League Auftritten in der laufenden Saison (vor allem dank Robben+Ribery) international auch wieder rechnen.

Das Abo auf die uneingeschränkte Favoritenrolle von ManU, Chelsea und Liverpool auf der europäischen Bühne ist jedenfalls dahin… und kommt so schnell nicht zurück…

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