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6.Aug 2010

In zwei Wochen gehts endlich wieder los, die Bundesliga startet in mit dem Freitagsspiel FC Bayern gegen VfL Wolfsburg in das mittlerweile 48. Spieljahr.

Wir schauen aber nochmal zurück auf 2009/10. Sport1 hat nen tollen 5-minütigen Saisonrückblick gebastelt, mit kuriosen Toren, Szenen, Fakten und Interviews des vergangenen Spieljahres.

Mal was anderes, sehenswert…

 

31.Jul 2010

Borussia Mönchengladbach musste sich nach den Abgängen von Rob Friend, Oliver Neuville und Roberto Colautti zwingend nach geeignetem neuem Personal für die Sturmreihe umsehen.

Die Wahl fiel (neben Stoßstürmer Mohamadou Idrissou vom SC Freiburg) auf Offensiv-Allrounder Igor de Camargo von Standard Lüttich. Der 27-jährige gebürtige Brasilianer mit belgischem Pass (spielt seit 2009 auch für die belgische A-Nationalmannschaft) war der Borussia immerhin 4 Millionen Euro Ablöse wert, er erhält einen Vierjahresvertrag.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl: “Igor de Camargo war bei Standard Lüttich Mannschaftskapitän und einer der wichtigsten Spieler. Er ist ein Mann mit internationaler Erfahrung, der auf und neben dem Platz Verantwortung übernimmt, und ich freue mich, dass er sich für uns entschieden hat”.

In vier Jahren absolvierte er in Lüttich 116 Ligaspiele, erzielte 33 Tore und gab 21 Vorlagen. 2008 und 2009 führte er das Team als Kapitän zum belgischen Meistertitel, in der Saison 2009/10 außerdem durch die Champions League Gruppenphase und ins Europa League Viertelfinale (Standard scheiterte dort mit 1:2 und 1:3 am Hamburger SV).

Borussia.de beschreibt ihn als “als Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Angriff, [er] ist auch auf den Flügeln einsetzbar, beidfüßig, verfügt über eine gute Technik und schafft durch seine Spielweise Platz für seine Mitspieler.”

Hier ein kurzes Willkommensvideo, die Gladbacher freuen sich zurecht :)

Der Start in Mönchengladbach verlief leider etwas holprig. Aufgrund eines Eingriffs am Sprungelenk verpasste de Carmago das Trainingslager in Österreich. Alles gut verlaufen, er steigt nun verspätet in die Saisonvorbereitung ein, der erste Spieltag am 21. August gegen Nürnberg kommt für ihn aber wohl zu früh.

 

30.Jul 2010

Ein paar Kurzreportagen über den Stand der Saison-Vorbereitung einiger Bundesligisten… Trainingslager, Neuzugänge, Testspiele…

Bayern München – Münchner schwitzen in Südtirol, der FC Bayern München bereitet sich in Italien auf die kommende Bundesliga-Saison vor, doch die Stimmung ist getrübt, Bericht zum Trainingslager von FCB.tv

FC Schalke 04 – Magath baut Schalke neu, Felix Magath, Schalkes starker Mann, will im Trainingslager nicht vom Titel reden. Zu ungewiss ist wohl noch, wie die umgebaute Mannschaft mit einigen prominenten Neuzugängen harmonieren wird

Bayer Leverkusen – Ballack will mit Leverkusen hoch hinaus, Mit der Rückkehr von Michael Ballack kehren auch neue, alte Ziele zurück nach Leverkusen, und nochmal die Ballack-Rückkehr

Hamburger SV – Der HSV hat mit neuem Personal (Trainer Armin Veh, Sportdirektor Bastian Reinhardt) sein Trainingslager auf Sylt aufgeschlagen

1.FC Kaiserslautern – Bericht über die Saisonvorbereitung im Vorfeld des Testspiels gegen den FC Liverpool vom 24. Juli (1:0 für den FCK), auch das ZDF gönnt dem Aufsteiger einen Kurzbericht

Und zum Abschluss noch ein Interview mit DFL-Geschäftsführer Christian Seifert über das grundsätzliche Standing der Bundesliga.

 

29.Jul 2010

Nach Jens Lehmann 2008, Sami Hyypiä 2009, Ruud van Nistelrooy im vergangenen Winter und aktuell Michael Ballack, wählt nun ein weiterer internationaler Star die Bundesliga als letzte große Karrierestation…

Trainer + Manager + Vorstand des FC Schalke 04 Felix Magath hat es mal wieder geschafft, gestern wurde es offiziell verkündet, Raul Gonzalez Blanco, genannt Raul, unterschreibt einen Zweijahresvertrag bei den Königsblauen. Wow!

„Er ist ein absoluter Gewinn für die Mannschaft, zu dem gerade unsere vielen jungen Spieler aufschauen können“, so Magath. „Deshalb bin ich stolz, dass Schalke einen so renommierten Profi vorstellen kann. Raul ist einer der besten Spieler der Welt. Auf ihn können sich die Fans freuen.“

Eine ausführliche Vorstellung des 33-jährigen kann man sich im Prinzip sparen. Der Mann hat auf Vereinsebene in 16 Jahren bei Real Madrid einfach alles erreicht.
Seine Vita: 550 Ligaspiele, 228 Tore, 102 Länderspiele, sechs mal spanischer Meister, drei mal Champions League Sieger, zwei mal Weltpokalsieger, Rekordtorschütze der Champions League (bisher 66 Treffer) und der spanischen Nationalmannschaft (44 Treffer), fünf mal Spaniens Fußballer des Jahres, je zwei mal Torschützenkönig der Primera Division und der Champions League, ein mal Welttorjäger

Bilder von der gestrigen Präsentation in der Veltins-Arena…

Warum der Wechsel?
Schalke brauchte nach dem Abgang von Kevin Kuranyi (ging ablösefrei zu Dynamo Moskau) dringend einen Mittelstürmer, der das Potenzial für 10 bis 20 Tore hat (wird oft verkannt: Kuranyi erzielte in fünf Jahren Schalke im Schnitt 14 Ligatore pro Saison), schließlich spielen die Knappen in der kommenden Saison mal wieder in der Champions League. Das bisherige Personal jagt international keinem Gegner einen Schrecken ein: Farfan, Jendrisek (aus Kaiserslautern gekommen), Edu und Gavranovic (im Winter von Yverdon Sport aus der Schweiz geholt). Ein richtiger Vollstrecker fehlte bisher.

Magath kündigte jedoch bereits an: „Wir sind noch auf der Suche nach weiteren Verstärkungen, denn Raul benötigt für sein Spiel natürlich auch die richtigen Helfer. An Spekulationen um Namen beteilige ich mich nicht. Ich kann nur eines verraten: Ein Stürmer steht ganz oben auf unserer Wunschliste. Zudem bemühen wir uns um einen Mittelfeldspieler und einen Verteidiger.“

Und warum eigentlich gerade Raul? weiterlesen »

 

25.Jul 2010

Nach den zahlreichen Südafrika-WM-Wochen mit Vor- und Nachbereitung, kehren wir nun zurück in heimische Gefilde, der Start der neuen Bundesliga-Saison rückt schließlich mit großen Schritten näher. Mein Buchtipp zur Einstimmung ist “1:1: Fußballidole im Gespräch” von Klaus Smentek und Dirk von Nayhauss (Amazon Affiliate Link).

Es handelt sich um einen brandaktuellen, umfassenden Interview-Band vom Delius Klasing Verlag. kicker-Chefredakteur Klaus Smentek und einige Kollegen aus der Redaktion des Sportmagazins reisten dafür in den vergangenen Monaten quer durch die Republik und besuchten die deutsche Fußballprominenz. Es ist vor allem die ausgewogene Mischung, die begeistert: Ikonen aus Ost (Joachim Streich, Matthias Sammer) und West (Udo Lattek, Wolfgang Overath), Trainer (Felix Magath, Ottmar Hitzfeld), Spieler (Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger) und Spielerinnen (Birgit Prinz, Steffi Jones), insgesamt kommen 30 Persönlichkeiten des Ballsports zu Wort.

Die Gespräche wurden offen, locker, hintergründig, abseits des stressigen Bundesligaalltags geführt. Es geht sehr grundsätzlich und individuell um Karriererück- und Ausblicke, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des deutschen Fußballs. Die drei- bis vierseitigen Interviews werden durch eigens erstellte Hochglanz-Fotografien jedes Gastes wunderschön in Szene gesetzt. Ich bin begeistert, eine wirklich ansehnliche Form der Präsentation von Fußball-Fachgesprächen.

Die Kurzbeschreibung

„Ich glaube, ich habe mich in einem Interview noch nie so geöffnet wie heute“ gestand Udo Lattek nach einem Treffen mit dem Fotografen Dirk von Nayhauß und dem Interviewer Klaus Smentek. Auch Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Günter Netzer, Uli Hoeneß, Rudi Völler, Lothar Matthäus, Oliver Kahn, Michael Ballack oder Ottmar Hitzfeld – die, die den deutschen Fußball in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten prägten – waren die Interviewpartner des Erfolgsgespanns von Nayhauß/Smentek. Jeder kennt sie, besser gesagt, glaubt sie zu kennen. Doch meist sind sie der Öffentlichkeit nur in ihrem Job als Fußballer bekannt.

Klaus Smentek, Chefredakteur des kicker-sportmagazins, und seine Kollegen, haben insgesamt ca. 30 Fußballstars interviewt. Dabei spielte natürlich die sportliche Seite eine wichtige Rolle: Wie wurden Sie zu dem, was sie sind? Was war ihre größter Erfolg, was ihre bitterste Niederlage? Doch im Mittelpunkt aller Interviews stand nicht allein der Fußballer. Ziel der Gespräche war es vor allem auch, den Menschen hinter dem bekannten Image näher kennnenzulernen. Deshalb wurde häufig das gewohnte Spielfeld verlassen, dann ging es nicht mehr um Erfolge oder Pokale. Fragen nach der Zeit vor oder nach der großen Karriere, Fragen über Gott und die (Nicht-Fußball-)Welt nahmen einen wichtigen Raum ein.

Dazu tragen natürlich nicht zuletzt die Fotos bei. Dirk von Nayhauß, der bekannte Porträtspezialist, schafft es immer wieder mit und in seinen Bildern den Menschen herauszuholen. Seine Aufnahmen gehen so dicht wie möglich heran, und so kann der Betrachter in aller Ruhe – von Angesicht zu Angesicht – die Gesichter der Porträtierten studieren, ihnen direkt in die Augen blicken.

Tolle Menschen, tolle Karrieren, tolle Geschichten… in Großformat und Hochglanzoptik, zusammengestellt in einem erstklassigen Interview-Band. Dieses Schmuckstück gehört in jede Fußballbibliothek. In meiner findet es auf jeden Fall einen besonderen Platz.

Das Buch als gebundene Ausgabe versandkostenfrei bei Amazon (Amazon Affiliate Link).

Seiten: 192 | Erscheinungsjahr: 2010 | Verlag: Delius Klasing

 

23.Jul 2010

Der 21-jährige Innenverteidiger Simon Kjaer kommt für 12 Millionen von US Palermo zum VfL Wolfsburg.

Mit zwei überzeugenden WM-Spielen für Dänemark in Südafrika spielte er sich im vergangenen Juni ins Blickfeld der breiten internationalen Öffentlichkeit (insgesamt durfte er sein Land bisher bei 14 Jugend- und 9 A-Länderspielen vertreten). Dem aufmerksamen Fußballfachmann dürfte der Name aber auch vorher schonmal untergekommen sein. Kjaer gilt bereits seit längerem als große dänische Defensivhoffnung, 2009 gabs die Bestätigung als Talent des Jahres.

Spielpraxis hat er in den vergangenen zwei Jahren in der italienischen Serie A ganz ordentlich gesammelt. Stammspieler in Palermo, 62 Spiele, 5 Tore, 2 Vorlagen… in dem Alter mehr als beachtlich.

In Wolfsburg soll er nun zusammen mit Nationalspieler Arne Friedrich (kam für 2 Mio. von Absteiger Hertha BSC) ein festes, stabiles, dauerhaftes Innenverteidigerpaar bilden. Die 58 Gegentreffer der vergangenen Saison zeigen die Dringlichkeit auf. Selbst der Tabellenletzte Berlin kassierte weniger Buden (56).

Kjaer selbst will mit den Wölfen noch hoch hinaus: “Der Wechsel ist für mich eine Chance, bei einem Spitzenclub zu spielen. Ich glaube, dass dies für mich jetzt der richtige Schritt ist. Wir haben eine starke Mannschaft, die in der Bundesliga oben mitspielen kann. Ich möchte mir hier einen Stammplatz sichern”.

Videomaterial gibts nicht allzu viel, seine 5 Palermo-Tore sind aber durchaus ansehnlich…

Wir sehen gefühlvolle Heber ebenso wie wuchtige Kopfbälle, vor allem fällt aber auf: bei Standardsituationen ist der Typ mit seinen knapp 1,90m immer brandgefährlich.

Fazit: ein guter Fang, wenn auch vielleicht ein bisschen zu teuer, aber da hat der VfL meiner Meinung nach seit Jahren ein Problem (Ziani für 7 Mio, Rever für 5 Mio, Barzagli für 14 Mio, Zaccardo für 7 Mio… jedes Mal weit über dem tatsächlichen Marktwert bezahlt), oder eher keins, denn mit VW im Rücken scheinen solche Summen ja dann doch wieder jedes Jahr aufrufbar zu sein.

 

21.Jul 2010

Werder Bremens neue Sturmhoffnung heißt Marko Arnautovic, 21 Jahre, Österreicher. Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben erneut ordentlich ins Geldsäckel gegriffen, 6.2 Millionen Euro gingen an den niederländischen Meister Twente Enschede, für einen in Deutschland völlig unbekannten Spieler, mutig mutig.

Von den fußballerischen Anlagen und der Spielweise wird Arnautovic des öfteren mit Zlatan Ibrahimovic verglichen (“Der Zlatan-Klon” Spox.com). Er ist 1,92 m groß, kopfballstark, beidfüßig, technisch äußerst versiert, auch eine gewisse Arroganz soll er sich von seinem Vorbild abgeschaut haben.

Mit 17 Jahren kehrte er der Wiener Heimat den Rücken und versuchte sich in der niederländischen Eredivisie beim FC Twente Enschede. Dort wurde er behutsam an die erste Elf herangeführt, in drei Spielzeiten kam er auf 44 Erstligaspiele und 12 -tore. Es folgte ein eher unglückliches Kapitel als Leihspieler beim italienischen Serienmeister Inter Mailand in der Saison 2009/2010. Verletzungen und die große Konkurrenz gestatteten ihm nur wenig Einsatzzeiten. Den Wechsel in die Serie A sieht er daher heute als Fehler was seine fußballerische Entwicklung betrifft.

Werder Bremen glaubt an den Jungen. Prominente Unterstützung erhält man von allen Seiten. Andreas Herzog (der heimliche Bremer Tippgeber bei diesem Transfer) meint: „Es gab einen Krankl, einen Herzog, einen Polster, einen Prohaska, aber Arnautovic stellt sie alle in den Schatten, wenn er sein Potenzial abruft. Das ist mit Abstand der beste Fußballer, der in den letzten 30 Jahre auf dem Fußball-Platz herumgelaufen ist.“

Bei Werder erwartet ihn ein ruhiges Umfeld, Thomas Schaaf traue ich bei der Entwicklung junger Spieler grundsätzlich sowieso erstmal alles zu. Die jüngere Vergangenheit hat allerdings auch gezeigt, dass in Bremen eben nicht jeder Spielertyp zurecht kommt und den Durchbruch schafft (Carlos Alberto, Marcelo Moreno, Markus Rosenberg, Mohamed Zidan).

 

20.Jul 2010

Unsere halbjährliche Betrachtung der Sommer- und Wintertransfers der Bundesliga beginnen wir diesmal mit einem von Borussia Dortmund lang ersehnten Neuzugang: Robert Lewandowski kommt für 4,5 Millionen Euro von Lech Posen.

Der BVB war bereits vor einem Jahr an dem Polen interessiert, damals konnten sich die Vereine jedoch nicht einigen. Die Verhandlungen gestalteten sich auch diesmal äußerst schwierig, die internationale Konkurrenz war groß (angeblich lagen deutlich höher dotierte Angebote von den Blackburn Rovers und dem FC Genua vor), der Spieler soll sich aber frühzeitig auf Dortmund und die Bundesliga als nächsten Karriereschritt festgelegt haben. Am Ende hats nun doch endlich geklappt, am 11. Juni wurde Vollzug gemeldet, Lewandowski unterschrieb einen Vierjahresvertrag.

Die Einschätzung des BVB-Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke:  “Es war der schwierigste Transfer, den wir je auf die Beine gestellt haben, weil die Parteien miteinander verkeilt waren. Aber wir haben den Knoten lösen können.”

Glaubt man der bisherigen Karrierestatistik des Stürmers, dann könnte Dortmund (nach Lucas Barrios im Vorjahr) erneut einen ganz großen Fang gemacht haben. Der Junge ist gerade einmal 21 Jahre alt, in den vergangenen vier Jahren ballerte er sich satte drei mal zum Torschützenkönig (2007 – dritte polnische Liga, 2008 – zweite Liga, 2010 – erste Liga + Spieler des Jahres). In 117 Ligaspielen erzielte er insgesamt 68 Tore, obendrauf finden sich auch schon 23 Länderspiele in der Leistungsbilanz.
Er gilt als beidfüßig, kopfballstark, robust, eiskalt vor dem Tor, technisch beschlagen… Spox.com betitelt ihn als “polnischen Torres”… wenn das keine Vorschusslorbeeren sind, dann weiß ich auch nicht.

Bleibt nun noch abzuwarten wie er sich in der Bundesliga zurechtfindet. Bei der Borussia wirds ihm vergleichsweise leicht gemacht, denn mit Jakub Blaszczykowski und Lukasz Piszczek (ebenfalls ein BVB-Neuzugang, 25 Jahre, rechte Außenbahn, ablösefrei von Hertha BSC) greifen ihm zwei Landsleute bei der Eingewöhnung mit Sicherheit gern unter die Arme.

So, und nun ein paar Videoimpressionen…

Passt meiner Meinung nach im Sturmzentrum der Borussia perfekt zu Lucas Barrios. Aber genau das ist das Problem… Trainer Jürgen Klopp wird nicht gern von seinem erfolgreichen 4-2-3-1 System der Vorsaison abrücken wollen, Lewandowski müsste also als hängende Spitze hinter Barrios spielen. Ob darunter evtl. die Torgefahr des Neuzugangs leidet… oder ob Klopp doch umstellt… er wird Lewandowski jedenfalls nicht für die Bank verpflichtet haben.

Mein Fazit: ein Top-Neuzugang mit großem Potenzial für einen akzeptablen (wenn nicht gar günstigen) Preis, ein tolles Signal ist auch die langfristige Bindung des Spielers an den Verein

 

19.Jul 2010

Die Wegbeschreibung zum Erfolg von einem der es wissen muss, “Ich. Erfolg kommt von innen.” von Oliver Kahn (Amazon Affiliate Link).

Eine außergewöhnliche Biographie, wenn man das Buch überhaupt dieser Kategorie zuordnen möchte. Kahn schreibt hier sehr theoretisch, definitorisch, bisweilen philosophisch über den titelgebenden grundsätzlichen (und nicht zwingend sportbezogenen) Erfolg, er zitiert große Denker und Persönlichkeiten (u.a. Albert Einstein, Konrad Adenauer, Henry Ford) ebenso wie moderne Quellen (Wikipedia) und wirkt mitunter wie ein Motivationscoach oder Lebensberater.

Kahn zeigt uns sein Wettkampf-Ich, er erklärt seine Leidenschaft für den Fußball, seine Einstellungen, seinen unbändigen Wettkampfwillen, seine Erfahrungen an der Schwelle des Burn-outs. Themen sind grundsätzliche Werte, Ziele, Visionen, die Grundregeln der Körpersprache, positives Denken, Disziplin, Konzentration und vieles mehr. All dies reflektiert der frühere Welttorhüter auf konkrete Stationen und Situationen seiner ereignisreichen Karriere.

Die Kurzbeschreibung

In diesem Buch des riva-Verlags präsentiert Oliver Kahn die ganze, besondere Vielfalt seines extremen Wesens und den Facettenreichtum seines Lebens. Der Tor-Titan zeigt in aller aufrichtigen Offenheit, dass er mehr ist, als die Medien über ihn verraten. Hier erläutert der Welttorhüter ausführlich die Grundlagen für einen lebenslangen Erfolg durch die Entdeckung des eigenen, authentischen Ichs.

In Ich. Erfolg kommt von innen offenbart der streitbare und polarisierende Sport-Star seine harten, rauen und kantigen, aber auch seine weichen Seiten. Reich gespickt mit biographischem Material, Berichten und Anekdoten aus seinem spektakulären (Sportler-)Leben sowie rezenter Lebens- und Karriere-Analyse können Fans und Kritiker in den Kopf des hart gesottenen Wettkämpfers par excellence schauen.

Ein Buch für alle, die Kahn kennen lernen möchten. Ein maßgeschneiderter Wegweiser eines Erfolgsmenschen und seiner Zielsetzungen – vom kleinen Steppke zum großen Tor-Gott. Und ein Buch für alle diejenigen, die den Erfolg à la Kahn verstehen und sich selbst weiterentwickeln wollen.

Was bleibt also? Wir gewinnen einen sehr detaillierten und hintergründigen Blick auf die Konstruktion von Oliver Kahns persönlicher Philosophie, auf seine Denkweisen, seine Motivationen, seinen inneren Antrieb.

Entscheidend ist die Erwartungshaltung, mit der man an das Buch herantritt. “Ich. Erfolg kommt von innen.” ist einfach keine klassische Fußballerbiographie (wie z.B. die des Kollegen Jens Lehmann) mit linearem Verlauf, dem Abklappern der Karrierestationen und dem Schildern einer Hand voll Anekdoten. Mir persönlich hat das Buch durchaus zugesagt, ein paar Längen sind drin, die Persönlichkeit ‘Oliver Kahn’ wird man aber wohl in keinem anderen Buch so elementar und aufschlussreich erläutert finden wie hier.

Kahns Art und Weise der Aufarbeitung der eigenen Karriere ist für einen Fußballprofi also sicherlich ungewöhnlich, die persönliche Bilanz gibt ihm meiner Meinung nach aber mehr als recht. Jemand der 411 Bundesliga-, 68 Champions-League- und 86 Länderspiele bestritten hat… der 8 deutsche Meisterschaften, 6 deutsche Pokalsiege, je einen Champions-League-, UEFA-Cup- und Weltpokal-Sieg feiern konnte… der zum besten Torhüter Deutschlands (5 mal), Europas (4 mal) und der Welt (3 mal) gewählt wurde… der darf ohne jede Frage ein Buch über Erfolg schreiben :)

Das Buch als gebundene oder Paperback-Ausgabe, sowie als Hörbuch (Amazon Affiliate Links) versandkostenfrei bei Amazon.

Seiten: 250 | Erscheinungsjahr: 2008 | Verlag: riva premium


 

26.Jun 2010

Der König des deutschen Fußball-Kabaretts, Frank Goosen mit seinem Buch “Weil Samstag ist” (Amazon Affiliate Link).

Schon seit längerem auf meiner Liste und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht… “Weil Samstag ist”, deutsche Fußballkultur in Reinform, feinste Ruhrpott-Poesie, mit Lachern auf jeder einzelnen Seite.

Die Kurzbeschreibung

Wieso gehst du ins Stadion? — Weil Samstach is!
Fußballgeschichten aus der Tiefe des Raumes, wie nur einer sie schreiben kann: Frank Goosen.

»Fußball ist uns zwischen Duisburg und Unna, zwischen Recklinghausen und Hattingen ins Genom übergegangen. Unsere Doppelhelix besteht nicht aus Aminosäuresequenzen, sondern aus echtem Leder. Legt ein werdender Vater die Hand auf den Bauch seiner hochschwangeren Frau und spürt den Tritt des Thronfolgers, kann er nicht anders, er sagt: Kumma, der flankt!?

Wir im Ruhrgebiet gehen auch nicht ins Stadion, um uns zu amüsieren. Wir gehen da hin, um uns aufzuregen. Beispiel? Jedes Jahr wieder ist das erste Heimspiel der neuen Spielzeit gerade mal fünf Minuten ald, da brüllt der Mann in der Reihe vor mir zum ersten Mal: DAT ISS DOCH DIESELBE SCHEISSE WIE INNER LETZTEN SÄSONG!!!?

Und wenn meine Frau mich fragt, ob ich mir denn auch wieder eine Dauerkarte kaufen würde, wenn der VFL abstiege, tut sie das nur, weil sie mich so gerne zurückfragen hört: Watt??«

»Man muss keineswegs regelmäßigen Umgang mit dem Ball pflegen, um Goosens Geschichten komisch zu finden. Wenn der Begriff einer so wunderbar soliden Sache wie Fußball nicht so schrecklich unangemessen wäre, könnte man behaupten: Frank Gossen ist in Sachen europäischer Ethnologie unterwegs.« Welt am Sonntag

 

Eine Sammlung wundervoller, authentischer, abwechslungsreicher Kolumnen, die Goosen unter anderem für sein Bühnenprogramm “Echtes Leder” und den “kicker” geschrieben hat. Der Fußball und die Bundesliga aus dem ehrlich-urigen Blickwinkel des Ruhrpotts, mit dem “unabsteigbaren” VfL Bochum in der Hauptrolle.

All die unverzichtbaren Eckpunkte des Fan-Daseins werden humoristisch auf die Spitze getrieben: der Verein, die Historie, Stadiongang, Auswärtsfahrten, die Fußball-Sozialisation des Nachwuchses, Fan-Artikel, Panini-Alben… das ganze Programm :)
Obendrauf gibt’s die Einträge der persönlichen Turnier-Tagebücher des Autors zur WM 2006 und EM 2008 (Goosen auf Ticketjagd, in WM-Stadien, beim Public Viewing u.v.m.).

Einfach tolle Geschichten und Erlebnisse, in einer einzigartigen Form verfasst, wunderbar kurzweilig und mit viel viel Fan-Blut geschrieben. Häufiges und herzhaftes Lachen beim Leser garantiert! In meinen Augen ein Pflichtprogramm auch für den Nicht-Bochumer und Nicht-Ruhrpottler.

Das Buch als gebundene Ausgabe versandkostenfrei bei Amazon (Amazon Affiliate Link).

Seiten: 144 | Erscheinungsjahr: 2008 | Verlag: Eichborn | weitere Infos zum Autor auf www.FrankGoosen.de

Eine Kostprobe: Goosen über den unglücklichen VfL-Brasilianer Edu

Seiten:  1 2 ...7 8 9 10 11 ...26 27
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