Na endlich geht’s wieder los. Eine Woche nach der ersten Pokalrunde startet nun auch die Liga wieder in den wöchentlichen Regelbetrieb. Zum Auftakt empfängt der amtierende deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund am heutigen Freitag Abend im Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison 2011/12 den runderneuerten Hamburger SV vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park (ab 20:30 live bei ARD im FreeTV und auf Zattoo). Gibt’s was Schöneres?!
Zur Einstimmung habe ich, ganz pflichtbewusst und namensgetreu, mal ein paar Videos zusammengesucht. Wir starten mit der grandiosen Radiokolumne von Arnd Zeigler zum 1. Spieltag…
Auch im ARD-Morgenmagazin durfte der WDR-Moderator seinen Senf zum neuen Spieljahr zugeben, der SID (Sport-Informations-Dienst = Deutschlands größte Sport-Nachrichtenagentur) bietet einen kurzen allgemeinen Vorschau-Bericht, das ZDF wagt sich an eine kleine Favoritenaufstellung und von der Bundesliga selbst kommt für das internationale Publikum eine achtminütige Vorstellung von Teams und Stars in englischer Sprache.
Hier mal noch die Ansetzungen des 1. Spieltags der Bundesliga Saison 2011/12 im Überblick…
05.08.2011 20:30 Borussia Dortmund : Hamburger SV
06.08.2011 15:30 1. FC Köln : VfL Wolfsburg
06.08.2011 15:30 FC Augsburg : Sport-Club Freiburg
06.08.2011 15:30 VfB Stuttgart : FC Schalke 04
06.08.2011 15:30 Hannover 96 : 1899 Hoffenheim
06.08.2011 15:30 SV Werder Bremen : 1. FC Kaiserslautern
06.08.2011 18:30 Hertha BSC : 1. FC Nürnberg
07.08.2011 15:30 1. FSV Mainz 05 : Bayer 04 Leverkusen
07.08.2011 17:30 FC Bayern München : M’gladbach
So, und nun darf die Kugel auch wirklich wieder rollen, fliegen und flattern.
Mal wieder einen Klassiker rausgekramen… Matthias Sammer – einst unermüdlicher Antreiber in Dresden, Stuttgart, Mailand und Dortmund – im Zwiegespräch mit einem allzu kritischen Reporter, nachdem die Borussia eine 3:1 Führung noch unglücklich aus der Hand gegeben hatte…
Die Stimme ist noch halbwegs ruhig, aber das Gesicht spricht Bände
Der Hamburger SV nach dem radikalen Umbruch im Sommer 2011 – gemächlicher Neuaufbau im Ligamittelfeld oder doch Geheimtipp für ganz oben? Dreizehn Abgängen stehen bisher fünf Neuverpflichtungen und ebenso viele Rückkehrer von Leihvereinen (u.a. Marcus Berg von Eindhoven und Mickaël Tavares vom FC Middlesbrough) gegenüber. Besonders auffällig dabei: Der Vorjahresachte HSV verstärkt sich mit gleich vier neuen Spielern vom Abramovic-Klub FC Chelsea. Wurde in der Elbe ein Piratenschatz gehoben oder biedert man sich den Engländern als Ausbildungsverein an? Schauen wir mal etwas genauer auf die ungewöhnliche Strategie der Hamburger.
Die ganze Geschichte begann im vergangenen Februar mit der Bekanntgabe der Verpflichtung von Frank Arnesen als neuem Sportchef und Vorstandsmitglied zur nachfolgenden Bundesliga-Saison. Der 55-jährige Däne arbeitete zuvor sechs Jahre lang als Sportdirektor, Nachwuchskoordinator und Chefanalytiker beim FC Chelsea. Seinen Chefscout Lee Congerton bringt der ehemalige Profi (u.a. Ajax Amsterdam, Valencia und Eindhoven, 52 Länderspiele) von dort auch gleich mit in die Hansestadt.
HSV-Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff kommentierte begeistert: “Ich bin sehr glücklich, dass uns diese großartige Lösung gelungen ist. Frank Arnesen hat nicht nur mit seiner Erfahrung als Manager internationaler Top Clubs Erfahrungen gesammelt, sondern insbesondere durch seinen Fokus auf Nachwuchsarbeit und der Ausbildung von Spielern genau die Kompetenz, die für uns in Zukunft von richtungsweisender Bedeutung ist“.
Und genau diesen Weg schlägt der HSV nun auch konsequent ein. Gemeinsam mit Trainer Michael Oenning krempelte Arnesen die Mannschaft in der Sommerpause vollständig um. Gestandene und langjährige Profis verließen den Verein, u.a. Ruud van Nistelrooy (ablösefrei zum FC Malaga), Zé Roberto (ablösefrei nach Katar), Frank Rost (ablösefrei zu den New York Red Bulls), Joris Mathijsen (für 2,5 Mio. zum FC Malaga), Jonathan Pitroipa (für 3,5 Mio. zu Stade Rennes) und Piotr Trochowski (ablösefrei zum FC Sevilla). Ersetzt wurden sie in erster Linie durch junge Kicker aus den eigenen Reihen und eben durch eine Gruppe vielversprechender Talente vom Premier League Vizemeister FC Chelsea.
Die vier ehemaligen Londoner, die Arnesen an die Elbe lotsen konnte, hier mal im Kurzportrait…
Gökhan Töre – 19 Jahre, Offensiv-Allrounder, bevorzugt auf den Flügeln aktiv, kommt ablösefrei, Vertrag bis 2014, türkischer Juniorennationalspieler, in Köln geboren, ausgebildet bei Bayer Leverkusen, 2009 bis 2011 bei Chelsea, trainierte dort mit der ersten Mannschaft, spielte aber nur in der Reserve, bulliger Typ mit starker Physis, erinnert vom Spiel her ein bisschen an Wayne Rooney, hier ein paar Spielszenen, könnte auf den Flügeln zu einer ernsthaften Alternative werden, wenn z.B. Eljero Elia mal wieder die Lust am Spiel verliert
Michael Mancienne – mit 23 Jahren der Oldie unter den Neuen, Allrounder in der Abwehrkette, am häufigsten Innenverteidiger, 2.5 Mio. Euro Ablöse, spielte von der U16 bis zur U21 in sämtlichen Juniorennationalmannschaften Englands, bei Chelsea ausgebildet, gilt als schnell und vielseitig, sammelte in den vergangenen fünf Jahren bereits Erst- und Zweitligaerfahrung bei den Leihvereinen Queens Park Rangers und Wolverhampton Wanderers, ausgestattet mit einem Vierjahresvertrag, hier ein lesenswertes Interview von Mancienne bei den Kollegen von spox.com über Wechsel, Eingewöhnung und Aussichten in Hamburg
Jeffrey Bruma – 19 Jahre, mit vollem Namen Jeffrey Kevin van Homoet Bruma, Niederländer, Innenverteidiger, seit 2007 in London, vom HSV zunächst für zwei Jahre ausgeliehen (der FC Chelsea soll eine Rückholklausel nach dem ersten Jahr haben; wird diese nicht gezogen, fällt dem HSV eine Kaufoption zu), gilt in der Heimat als absolute Abwehrhoffnung für die Zukunft, schon zwei A-Länderspiele, besticht durch kraftvolles Spiel, ebenso aber auch technisch beschlagen, hier ein paar Spielszenen, soll wohl ernsthaft die erste Wahl als Nachfolger von Joris Mathijsen und David Rozehnal im Abwehrzentrum sein
Jacopo Sala – 19 Jahre, rechtes und zentrales Mittelfeld, italienischer U19-Nationalspieler, kostete überschaubare 100.000 Euro Ablöse, Vertrag bis 2014, wechselte vor vier Jahren von Atalanta Bergamo in Chelseas Jugendabteilung, hier der obligatorische Youtube-Zusammenschnitt, soll im Vergleich zu den anderen Neulingen etwas behutsamer aufgebaut werden und wird wohl nicht sofort in der Stammelf auftauchen
Allesamt also junge, hochtalentierte Spieler mit internationaler Erfahrung in Nachwuchsnationalmannschaften, deren Entwicklung Arnesen in den vergangenen Jahren hautnah beobachten konnte und die nun langfristig in der Hansestadt gebunden wurden. An absolute Fehlgriffe glaube ich daher hier keinesfalls, lediglich die Dauer der Eingewöhnung und der Integration ins Spiel des HSV dürften zeitkritische Aspekte darstellen. Finanziell haben sich Hamburger mit diesen vielversprechenden Transfers jedenfalls erstaunlicherweise kaum belastet, es besteht somit keine Notwendigkeit der sofortigen Refinanzierung durch die Qualifikation für europäische Wettbewerbe.
Trainer Michael Oenning gilt darüber hinaus als Fachmann für die Entwicklung junger Spieler; angemessenes Spielermaterial hat er also bekommen, nun beginnt die alltägliche Arbeit im Training. Mit etwas Geduld und Vertrauen kann der HSV nach ein, zwei Jahren der Findung und Abstimmung vielleicht auch wieder weiter oben in der Bundesliga-Tabelle mitmischen. Etwas Zeit sollte man den Verantwortlichen jedoch schon geben, den schlagartigen Abgang der halben Stammelf steckt schließlich keine Mannschaft so ohne weiteres weg.
Hinter der Auswahl der Neuzugänge ist jedenfalls eine klare Struktur und Idee zu erkennen, die den geneigten Fan zu Recht auf mittel- bis langfristige Erfolge hoffen lässt.
Franck Ribery spielt seit 2007 für den FC Bayern, mit der deutschen Sprache haperte es allerdings trotz Wohlfühlbekundungen auch nach Monaten und Jahren noch ziemlich. Ich habe ihn nach einem Spiel selten mal mehr als drei, vier Worte auf Deutsch sprechen hören. Das Fußballer-Vokabular wird er sich natürlich schon lange angeeignet haben, aber mehr als “Gutes Spiel, verdient gewonnen” war aus dem Franzosen auch von hartnäckigen Reportern kaum herauszubekommen.
Jetzt haben wir ihn aber mal auf einem 90-sekündigen Video, dass die mittlerweile doch vorhandene breitere Sprachfähigkeit beweist. Der Anlass ist indes weniger erfreulich: Ribery verletzte sich am vergangenen Sonntag im Training, Teamarzt Müller-Wohlfahrt diagnostizierte eine leichte Kapselverletzung im linken Knöchel, alles aber halb so schlimm.
Zur Regenerationsdauer und seiner Stimmung nun Ribery selbst…
Immerhin, er scheint mittlerweile alles zu verstehen, unterhalten kann man sich also scheinbar. Den starken französischen Akzent wird ihm aber wohl auch nach zehn Jahren Aufenthalt in deutschen Landen niemand abtrainieren können
Weiteres Beispiel: Auch in folgendem Bericht von Anfang Juli aus dem Trainingslager des deutschen Rekordmeisters in Trentino hörte sich das gar nicht übel an…
Très bon, Monsieur Ribery! Wird aber auch Zeit
Takashi Usami – Schafft das hochgelobte japanische Offensivtalent den Durchbruch im Starensemble des FC Bayern München?
Unzählige Millionen versenkte der deutsche Rekordmeister im vergangenen Jahrzehnt in Transfers von vermeintlich hochtalentierten und letztlich doch enttäuschenden Südamerikanern (2008 kamen z.B. Sosa und Breno für neun bzw. zwölf Mio., ein Jahr zuvor dos Santos für knapp drei Mio.). Nun wendete der FCB den Blick aufs nicht minder ferne Japan und folgt damit einem offensichtlich heißen Trend der Liga – neun Japaner stehen aktuell bei Bundesligisten unter Vertrag, bis auf den Wolfsburger Makoto Hasebe wechselten alle innerhalb der vergangenen 12 Monate nach Deutschland.
Mit der Leihgebühr von 300.000 EUR für Usami kommt der FC Bayern da auch noch äußerst kostengünstig und risikofrei davon. Der 19-jährige ist Junioren-Nationalspieler seines Landes, sammelte Erfahrungen in bereits 43 Pflichtspielen für den amtierenden Vizemeister Gamba Osaka, ist der jüngste Kicker in der Historie der asiatischen Champions League (mit 17 Jahren + 14 Tagen und einem Treffer gegen den FC Seoul) und weckte in der vergangenen Saison mit fünf Toren und sechs Vorlagen in 21 Spielen als “Rookie of the Year” der J-League das Interesse europäischer Scouts. Der FC Bayern, international eigentlich nicht gerade als Talentschmiede bekannt, stach in den Verhandlungen schließlich aber angeblich Topklubs aus Italien, England und Spanien aus.
In seiner Heimat spielte Usami meist als Spielgestalter und Passgeber im offensiven zentralen Mittelfeld, FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger hat ihn aber eher als flinken und technisch versierten Flügelspieler und somit als Backup für Ribery und Robben auf der Rechnung. Hamit Altintop hat den Verein bekanntlich ablösefrei in Richtung Madrid verlassen, bleiben also nur noch Müller und Olic für die offensiven Außenpositionen; gut möglich also, dass Usami nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit auch die ein oder andere Spielminute in der Liga und den Pokalwettbewerben bekommt. Der Transfer war offensichtlich kein Schnellschuss und bloßes Werkzeug, um auf dem asiatischen Merchandising-Markt Fuß zu fassen (Usami ist der erste Japaner der Vereinsgeschichte), denn Nerlinger sagt weiter: „Wir haben ihn lange beobachtet und glauben, dass er große Perspektiven im Offensivbereich hat. Ich bin sicher, dass wir viel Freude an ihm haben werden“. Klingt nach einem großen Vertrauensvorschuss und nicht so, als würden sie ihn nach einem Monat bei den Profis in die zweite Mannschaft abschieben.
Ein paar Videoimpressionen seines facettenreichen Spiels…
Usami bekommt nun also erst mal ein Jahr, um sich in München und der Bundesliga zu beweisen. Leicht wird es sicher nicht, die Konkurrenz ist groß, der Druck im Umfeld sowieso. In weiser Voraussicht hat sich der FCB aber gleich eine Kaufoption für den kommenden Sommer gesichert, man weiß ja nie wie er einschlägt. Einen Versuch ist es allemal wert, vor allem wenn man die günstige ökonomische Seite des Transfers bedenkt (wann haben die Bayern denn zum letzten Mal einen Spieler auf Leihbasis geholt)… ich glaube jedenfalls nicht, dass er ein zweiter Jose Ernesto Sosa wird
Ungleich aufwändiger gestalteten sich da im Übrigen die restlichen Transfers des FC Bayern in diesem Sommer: Manuel Neuer (die neue Nummer 1, für 22 Mio. vom FC Schalke), Jérôme Boateng (Abwehr-Allrounder, für 13,5 Mio. von Manchester City), Rafinha (Rechtsverteidiger, für 5,5 Mio. vom FC Genua), Nils Petersen (Zweitligatorschützenkönig, für 2,8 Mio. von Energie Cottbus) und David Alaba (Mittelfeld-Allrounder, vom Leihverein 1899 Hoffenheim zurückgekehrt).
DFL-Supercup 2011
Borussia Dortmund – FC Schalke 04 0:0, 3:4 nach Elfmeterschießen
vor knapp 61.000 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena auf Schalke
Aufstellung Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Löwe (77. Leitner) – Kehl (75. S. Bender), Gündogan – M. Götze (75. Perisic), Kagawa, Großkreutz – Lewandowski
Aufstellung FC Schalke: Fährmann – Höger, Höwedes, Papadopoulos, Fuchs – Matip, Holtby – Baumjohann (89. Edu), Draxler (46. Jurado) – Raul – Huntelaar (69. Moravek)
Die Highlights des Spiels…
Außerdem auch hier und hier zu sehen. Und hier haben wir noch die Stimmen zum Spiel, die Siegerehrung und die Komplettaufzeichnung der Partie.
Tja, der BVB bestimmte das Spiel, erarbeitete sich über die gesamte Spielzeit reihenweise Chancen, nutzte aber keine einzige und am Ende werden sie für ebendiese mangelnde Effektivität bestraft, so läuft das bekanntlich im Fußball. Alles in allem wars ein wirklich schönes Spiel mit viel Biss, vielen ansehnlichen Offensivszenen und erstaunlich hohem Tempo, wenn man bedenkt, dass sich die Bundesligisten eigentlich noch immer mitten in der Vorbereitung befinden.
Auch die Neuzugänge (Gündogan und Löwe beim BVB; Fuchs, Fährmann und Holtby bei S04) machten eine durchweg gute Figur und fügten sich problemlos in den bestehenden Stamm der beiden Mannschaften ein.
Vorjahres-Pokalsieger Schalke erringt also den ersten offiziellen Titel der Saison 2011/12. Man darf gratulieren, wenn auch zähneknirschend
Noch etwas mehr als zwei Wochen sind es bis zum Start der Bundesliga Saison 2011/12 (das Eröffnungsspiel bestreiten am 5. August Borussia Dortmund und der Hamburger SV, ab 20:30 live in der ARD). Es wird also höchste Zeit, wie in jedem Jahr einen Blick auf die Transfers unserer Bundesligisten zu werfen und hier speziell die neuen Gesichter der Liga vorzustellen (siehe Archive von 2009 und 2010).
Wir starten diesmal ganz standesgemäß mit dem amtierenden deutschen Meister Borussia Dortmund. Viel hat sich beim BVB eigentlich nicht getan, vier Spieler der zweiten Reihe haben den Klub verlassen: Dede (hat noch keinen neuen Verein gefunden), Hajnal (bleibt nach dem halbjährlichen Leihgeschäft in Stuttgart, Ablöse 1 Mio. EUR), Feulner (geht nach Nürnberg) und Rangelov (ausgeliehen an Zweitligist Cottbus). Am schwersten wiegt jedoch der Abgang von Nuri Sahin, dem Eigengewächs und zuletzt unverzichtbaren Antreiber und Gestalter des Dortmunder Spiels. Real Madrid zahlte vergleichsweise überschaubare zehn Millionen Euro Ablöse für den türkischen Nationalspieler, die der deutsche Meister umgehend in vielversprechende Nachfolger reinvestierte. Zum Einen holte man Ilkay Gündogan für 4 Millionen aus Nürnberg, zum Anderen überwies man schätzungsweise 5,5 Millionen als “Königstransfer” für Ivan Perišić an den FC Brügge. Und letzterer soll hier als Bundesliga-Neuling nun kurz vorgestellt werden.
Perišić ist 22 Jahre alt, bereits kroatischer Nationalspieler (bisher drei A-Länderspiele + 17 Junioren-Länderspiele), 1,87 m groß, gilt als Mittelfeld-Allrounder (sammelte die meiste Spielerfahrung jedoch auf dem linken Flügel), wurde bei Hajduk Split ausgebildet, wagte 2007 als 17-jähriger den Schritt in die französische Ligue 1 zum FC Souchaux, kam dort jedoch kaum zum Zug, wechselte dann nach Belgien zu KSV Roeselare und schließlich zum Traditionsverein FC Brügge.
Dort reifte er abseits der breiten internationalen Öffentlichkeit zu einem der besten Mittelfeldspieler Belgiens. In 59 Spielen für Brügge erzielte er 35 Tore, allein in der vergangenen Saison verbuchte er beeindruckende 22 Treffer und 10 Vorlagen, wurde damit Top-Scorer der Liga und von den Kollegen zum belgischen Spieler des Jahres gewählt. Definitiv eine Hausmarke für einen solchen Jungspund, fußballerisches Talent ist somit ohne Zweifel vorhanden.
Die Torgefahr brauchen wir also nicht extra herauszustellen. Darüber hinaus gilt er als technisch äußerst beschlagen, kopfball- und flankenstark. In Dortmunds 4-2-3-1-System könnte Perišić also im linken offensiven Mittelfeld spielen (würde damit zum Hauptkonkurrenten für Kevin Großkreutz, der im letzten Jahr in jedem Bundesligaspiel auflief) oder tatsächlich Nuri Sahin im Zentrum beerben (die Alternativen wären hier wohl Sebastian Kehl, Sven Bender, eventuell Mario Götze, Shinji Kagawa, Antonio da Silva sowie die Neuzugänge Ilkay Gündogan und Moritz Leitner). Ein Kurzaufenthalt in Deutschland wird’s aller Voraussicht nach nicht, Perisic und der BVB einigten sich auf einen Fünfjahresvertrag bis zum Sommer 2016, Hut ab, keine Alltäglichkeit im Fußballgeschäft des 21. Jahrhunderts.
Und nun noch vier Minuten Bewegtbild. Hier sehen wir mal ein paar von Perišićs Toren und Vorlagen aus der letzten Saison, inklusive toller Flügelläufe, eiskalter Abschlüsse und direkter Freistoßtreffer…
Auf jeden Fall ein guter Fang von BVB-Trainer Jürgen Klopp, der das Team des deutschen Meisters definitiv aufwertet. Nötig ist es, schließlich stehen in dieser Saison auch endlich wieder Champions League Partien gegen die besten Mannschaften Europas an. Aber bis dahin sind ja noch zwei, drei Monate Zeit. In den beiden Spielen im LIGA total! Cup 2011 führte er sich jedenfalls mit einem hohen Laufpensum, guter Spielübersicht und einem Torerfolg gleich richtig gut ein, so darf’s gerne weitergehen…
So, es wird doch mal wieder Zeit für eine Neuerung hier im Blog. Vor kurzem fragte mich Florian, ob er denn nicht mal einen Gastbeitrag für FuViBlo.de verfassen könnte, ich hatte natürlich nichts dagegen, also setzte er sich fleißig an die Tastatur und legte los.
Ihr lest daher hier seine ausführlichen Zeilen zur Analyse und Einordnung der vergangenen Bundesligasaison 2010/11, eine schöne Ergänzung zu meinem etwas nüchterneren Statistik-Beitrag vom Mai.
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Wie fast in jedem Jahr, so hielt die Fußball Bundesliga auch in der Saison 2010/2011 wieder zahlreiche Überraschungen parat und selbstverständlich waren diese nicht nur ausschließlich positiver Natur. Gleich zu Beginn der Spielzeit überraschte bereits das Ergebnis der ersten Begegnung am 20. August 2010 zwischen den Vereinen Bayern München und dem VfL Wolfsburg, da die Bayern bei der Begegnung die klaren Unterlegenen waren und der VfL mit 2:1 als verdienter Sieger aus diesem Spiel hervor ging.
Auch fanden sich in dieser Saison zahlreiche Neuerungen, wie beispielsweise ein modernisiertes Bundesliga-Logo und zudem wurde auch ein neuer Ball namens „Torfabrik“ aus der Schmiede von Adidas eingeführt. Beides zu sehen im neu gestalteten offiziellen Bundesliga-Intro…
Dieser Ball wurde sowohl von der ersten als auch von der zweiten Bundesliga einheitlich eingesetzt, was es in der Geschichte der Bundesliga bisher noch nicht gab. Zudem spielten in dieser Saison seit langer Zeit erstmals wieder zwei Vereine aus einer gemeinsamen Stadt gegeneinander, der FC St. Pauli und der Hamburger SV. Doch sollte die Saison für den Absteiger St. Pauli leider einige negative Wendungen bereit halten.
Über eine echte Überraschung durften sich dagegen die Fans des 1. FSV Mainz 05 freuen, da die Mannschaft bereits zu Beginn der Saison mit sage und schreibe sieben Siegen in Folge glänzte und daher am Ende der Saison nun als eine der erfolgreichsten „Startmannschaften“ bezeichnet wird. Bisher hatten in der Vergangenheit nur zwei Vereine einen derartigen Saisonstart hingelegt, der FC Bayern München und der 1. FC Kaiserslautern in den Jahren 1995/96 und 2001/2002. Erstaunlicherweise wurde in jeder dieser beiden Spielzeiten, wie auch in der diesjährigen, Borussia Dortmund Meister! Am Ende war dies nicht unbedingt eine Überraschung, denn Dortmund stand bereits nach dem 15. Spieltag als Herbstmeister fest und sicherte sich zwei Spieltage vor Schluss die frühzeitige Meisterschaft durch den verdienten 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg. Gefestigt wurde die Position an der Tabellenspitze zudem durch den Sieg des 1.FC Köln mit einem 2:0 gegen den hartnäckigsten BVB-Verfolger, die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen.
Als klarer Absteiger der Saison ging zum Unleid der Fans die Mannschaft des FC St. Pauli hervor, welche in der Saison 2011/12 nun in der 2. Bundesliga um den Aufstieg kämpft. Zwar gewann St. Pauli das erste Städtederby seit 1977 gegen den HSV mit 1:0, doch konnte dieses Ergebnis den Verein nicht vor dem Abstieg bewahren. Denn gleichzeitig musste St. Pauli in dieser Saison auch die höchste Niederlage seit der Vereinsgründung einstecken, die 1:8-Heimniederlage gegen die Bayern! Viele Fans und auch Sachverständige führen den Abstieg des FC St. Pauli mitunter auf das abgebrochene Spiel gegen den FC Schalke aufgrund des sogenannten „Becherwurfs“ zurück. Im Rahmen des Spiels, welches im heimischen Millerntor-Stadion ausgetragen wurde, traf ein aus dem Fanbereich der Hamburger stammender voller Getränkebecher den Schiedsrichterassistenten, woraufhin das Spiel abgebrochen und wenige Tage später “am grünen Tisch” mit 2:0 zugunsten des FC Schalke 04 gewertet wurde. Von diesem Zeitpunkt an brach die Pechsträhne des St. Pauli nicht ab und endete mit dem bereits erwähnten Abstieg der Mannschaft.
Als zweiter Absteiger dieser Saison ging der Verein Eintracht Frankfurt hervor, als für diesen in der Rückrunde eine nicht enden wollende Talfahrt begann. Die Frankfurter verloren tatsächlich zehn Spiele in Folge und zudem konnte die Eintracht in den ersten acht Spielen nicht ein einziges Tor erzielen. Aus diesem Grund können die Frankfurter hinter vorgehaltener Hand durchaus als die “Versagermannschaft” der Saison 2010/2011 bezeichnet werden und dürfen nun in der kommenden Saison gemeinsam mit dem FC St. Pauli eine Etage tiefer um den direkten Wiederaufstieg kämpfen.
In den beiden Relegationsspielen der Saison konnte sich letztendlich die Mannschaft Borussia Mönchengladbach gegen den Zweitligisten VfL Bochum behaupten und verbleibt somit in der ersten Bundesliga. Die Gladbacher besiegten den VfL im ersten Spiel mit einem knappen Ergebnis von 1:0, die zweite Begegnung zwischen den beiden Mannschaften endete 1:1 Unentschieden.
Als klarer Torschützenkönig der Saison 2010/11 ging der Bayern- und Nationalspieler Mario Gomez hervor, welcher über die gesamte Spielzeit hinweg durch eine ungemein hohe Fitness glänzte. Gomez schoss 28 Tore. Seine Treffer dürfen daher natürlich nicht fehlen, beim Zusammenschnitt der schönsten Tore der Saison…
Der letztjährige Champions League Finalist Bayern München konnte in der Saison 2010/11 am Ende leider nur den dritten Platz in der Tabelle belegen, Platz zwei und damit zum fünften Mal Vizemeister wurde Bayer Leverkusen. Die Freude über den Tabellensieg war bei den Dortmundern ungemein groß, da dies die erste verdient gewonnene Meisterschaft für den Verein seit dem Jahr 2002 darstellt. Hierdurch scheint nun endlich auch die Pokalniederlage aus dem Jahr 2008 der Dortmunder gegen die Bayern verdaut zu sein.
Zum Abschluss daher hier noch einmal die schönsten Szenen der schwarz-gelben Meistersaison 2010/11…
Homepage: Webhelp Fußball Forum
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Na, hat doch wunderbar funktioniert ![]()
Ich freu mich sehr und bedanke mich für den Artikel. Für weitere Gastbeiträge jeglicher Art bin ich immer offen, Interessierte schreiben mir einfach eine Mail und wir finden eine Lösung.
So, nun kann die neue Saison 2011/12 doch eigentlich kommen. Bis zum 5. August müssen wir uns noch gedulden, dann empfängt der amtierende Meister Borussia Dortmund den Hamburger SV vor 80.000 Zuschauern im heimischen Signal-Iduna-Park. Hach, endlich wieder Bundesliga, die Vorfreude steigt schon jetzt
Endlich mal wieder eine Gelegenheit, um in die Musikkiste zu greifen: Die Berliner Daniel Rimkus und Band (hier gibts mehr) haben ein paar Zeilen zur geglückten Bundesliga-Rückkehr der Hertha (am Ende doch recht souveräner Zweitligameister mit neun Punkten Vorsprung auf Augsburg und Bochum) geschrieben und vertont.
Guter Sound, hier singt der Fan noch selbst, die Grundstimmung ist klar… nie wieder wollen die Hauptstadtfans nach Osnabrück, Paderborn oder Cottbus reisen müssen… verständlich…
Gefunden bei den Kollegen vom Hertha-Blog.
Also auch von hier aus, herzlich Willkommen zurück! Der Hauptstadtklub gehört definitiv in die erste Liga.
Der Name ist Programm.
Ein 4-minütiger Zusammenschnitt der schönsten Tore der vergangenen Bundesliga-Saison. Mit dabei sind natürlich Torschützenkönig Mario Gomez (mit insgesamt 28 Treffern) und seine Verfolger Papiss Demba Cissé vom SC Freiburg (22 Saisontore) und der Slowene Milivoje Novakovič (17 Buden für den 1.FC Köln).
Dribblings, Heber, Schlenzer, Volley-Knaller, Fernschüsse, alles drin. Los gehts…
Insgesamt wurden in der vergangenen Spielzeit übrigens 894 Tore erzielt, im Schnitt kommen wir auf 2,92 Treffer pro Spiel. Die Bundesliga liegt damit deutlich an der Spitze der großen europäischen Fußball-Ligen. Es folgt die englische Premier League mit 2,8 Toren pro Spiel, die spanische Primera División kommt auf 2,74, die italienische Serie A auf 2,51, Frankreichs Ligue 1 auf 2,34 und Portugals Primeira Liga auf gerade einmal 1,22.
Haben wir also gute Stürmer oder schlechte Verteidiger?






