Und nochmal WM-Literatur aus Südafrika, “Tod den Pavianen! Fußballwahnsinn in Südafrika” von Cathrin Hennicke und Claus Stäcker (Amazon Affiliate Link).
Jaaa… Tod den Pavianen!… nein, es geht in natürlich um Fußball
Die Kurzbeschreibung
Die in Südafrika lebenden und arbeitenden Journalisten Hennicke und Stäcker begleiten seit der Wahl Südafrikas zum Ausrichter der Fußball-WM 2010 die Vorbereitungen zum ersten WM-Turnier auf afrikanischem Boden. Längst hat sich die WM im Bewusstsein der deutschen Fans festgesetzt, und sei es durch den Streit um die lärmende Fußballtröte Vuvuzela. Das Buch erklärt, wo sie herkommt und wer den millionenfachen Kra
ch zu verantworten hat. Auch den Erfinder der schrillen Fanhelme, der Makarapas, haben die Autoren in seinem Township besucht.
Auch sonst bleibt kaum eine Frage unbeantwortet, z. B. das Geheimnis des afrikanischen WM-Rasens oder wie sich Afrikas reichster Stamm, die Bafokeng, sein eigenes WM-Stadion baute – mitten auf dem Dorf. Zum ersten Mal wird die verrückte und beispiellose Geschichte des Fußballs in Südafrika erzählt. Wussten Sie, dass anfangs Rugby und Fußball nicht voneinander zu trennen waren? Dass Mahatma Ghandi zwei Fußballteams in Südafrika besaß und bei der Wahl zum Verbandsfunktionär durchfiel? Dass Fußballer immer wieder die verordnete Rassentrennung – mit teils vier verschiedenen Ligen – überlisteten? Dass die erste gemischte Auswahl Südafrikas Argentinien 5 zu 1 vom Platz fegte? Dass nach dem Bundesliga-Skandal Anfang der 70er Jahre die halbe Mannschaft von Hertha BSC in die südafrikanische Liga wechselte? Oder dass in der harten Männerliga eine Frau pfeift – Südafrikas einzige FIFA-Schiedsrichterin?
Der Titel des Buches bezieht sich übrigens auf das afrikanische Sprichwort “Mit Lärm tötet man den Pavian”, mit dem Südafrikaner gern die Unabkömmlichkeit der Vuvuzela-Tröte in ihren Stadien begründen.
In kunterbunten, faktenreichen und aufwendig recherchierten Kapiteln gewähren die beiden Autoren einen wunderbaren Einblick in die südafrikanische Seele. Sie verpacken Gespräche, Geschichten und Erlebnisse in dutzende kleine Anekdoten, die Südafrika aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten.
Spannende geschichtliche Fakten werden ausgegraben (das erste Fußballspiel, der erste Torschütze, der älteste Verein), Karrieren betrachtet (die ersten südafrikanischen Stars, deutsche Gastspieler und -trainer, Mahatma Gandhis fußballerische Erlebnisse im Kap-Staat), man taucht in die Fan-Kultur ein (laute Tröten, aufwendige Hüte, verbissene Derbys) und auch die dunkleren Zeiten werden angesprochen (Unterdrückung während des Apartheid-Regimes, Attentate auf Spieler und Funktionäre in den 70er und 80er Jahren, die Massenpanik im Johannesburger Ellis-Park-Stadion von 2001).
Der Leser erhält ein detailliertes 360-Grad-Panorama des fußballerischen Südafrika. Sehr kurzweilig, locker und witzig geschrieben, einfach die perfekte Unterhaltung für die spielfreien Tage der Weltmeisterschaft, dicke Empfehlung von mir
Das Buch als Softcover-Ausgabe versandkostenfrei bei Amazon (Amazon Affiliate Link).
Seiten: 421 | Erscheinungsjahr: 2010 | Oktober Verlag Münster
Ein weiterer Buchtipp im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, Fußball in Afrika: Hintergründe zu »Elefanten«, »Leoparden« und »Löwen« von Daniel Künzler (Amazon Affiliate Link).
Die Kurzbeschreibung
Wer unterhaltsam und kompetent über den afrikanischen Fußball informiert sein will, findet hier Alltägliches und Kurioses, Geschichtliches und Politisches in einer lesenswerten Mischung präsentiert.
Künzler ist ein ausgewiesener Kenner afrikanischer Kulturen und Lebensart. Er versteht es, spannend
und kompetent zu vermitteln, wie der Fußball in Afrika »tickt«. Mit seinen Geschichten und seiner Sachkenntnis führt er uns mitten hinein in afrikanische Fußballrealitäten.
Er hat in den letzten zwölf Jahren mehr als 20 Länder in Afrika besucht. Im kleinen Dorf am Rande der Sahara, in der Millionen-Metropole Kinshasa, in den Art Déco-Kinos von Asmara, am togolesischen Zoll, an Schulen, am Strand, in der Zeitung, am Fernsehen und vor allem in zahllosen Gesprächen ist er immer wieder dem Thema Fußball begegnet.
Der Autor schafft in diesem Buch einen äußerst interessanten Spagat… zum einen bringt er klar erkennbar seinen wissenschaftlichen Hintergrund als Doktor der Soziologie ein (dies äußert sich z.B. in umfassenden Verweisen auf wissenschaftliche Quellen, dem sauberen Aufführen von Argumenten für und gegen bestimmte Thesen und der sehr präzisen Wortwahl)… auf der anderen Seite führt er an vielen Stellen persönliche Erfahrungen und Erlebnisse mit dem afrikanischen Leben an, dies lockert die 15 Kapitel (die u.a. die weitreichende politische Einflussnahme in den Sport, “Magie im Fußball” und die einheimische Fankultur zum Thema haben) angenehm auf und schafft Authentizität.
In dieser Form ein etwas unkonventioneller Stil für die deutschsprachige Fußballliteratur, der eher weniger für den gemütlichen Leseabend herhalten kann und vielleicht nicht jedem zusagt. Wer sich aber eingehend und detailliert mit Geschichte und Geschichten des afrikanischen Fußballs auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch ausdrücklich empfohlen.
Ich bin dem Autor jedenfalls gern durch die afrikanischen Fußballjahrzehnte von den Anfängen der Kolonisierung bis hin zur Vorbereitung der ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Schwarzen Kontinent gefolgt.
Das Buch als Softcover-Ausgabe versandkostenfrei bei Amazon (Amazon Affiliate Link).
Seiten: 296 | Erscheinungsjahr: 2010 | Verlag: Brandes & Apsel
Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika muss ich unbedingt noch Laduuuuuma! Wie der Fußball Afrika verzaubert von Bartholomäus Grill (Amazon Affiliate Link) als FuViBlo-Buchtipp empfehlen.
Bartholomäus Grill ist Journalist, Buchautor und bekennender Fußballfan (sein deutsches Fußballherz schlägt für Borussia Dortmund, in Südafrika hält er zu den Orlando Pirates aus Johannesburg); seit 1993 arbeitet er als Südafrika-Korrespondent der »Zeit« in Johannesburg und Kapstadt. Mit erfahrenem Blick begleitete er in “Laduuuuuma!” Südafrika auf dessen steinigem Weg der Vorbereitung zur ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent.
In 15 abwechslungsreichen Berichten führt Grill den Leser in die Metropolen, die Townships und natürlich auf die Fußballplätze Südafrikas. Mit Erfahrung und Wohlwollen schaut er auf Land und Leute, entlarvt wenig zutreffende Stereotype, Mythen und Vorurteile und zeigt die eindrucksvolle Republik an der Südspitze des Schwarzen Kontinents aus einer unkonventionellen, ehrlichen und unverfälschten Perspektive.
Die Kurzbeschreibung
Laduuuuuma heißt Tooooor!
Südafrika ist mehr als Diamanten, Löwen, Tafelberg und Nelson Mandela. Wer wüsste das besser als der Afrika-Experte Bartholomäus Grill, der in Johannesburg eine Jugendelf trainiert hat. Geistreich und unterhaltsam führt er durch die
Kap-Republik und den Kontinent, auf dem 2010 zum ersten Mal die Fußball-WM ausgetragen wird.
Afrika hat lange auf die Fußballweltmeisterschaft gewartet, 2010 findet sie nun auf diesem fußballbegeisterten Kontinent statt: in Südafrika, dem Land, das den Rassenwahn der Apartheid mit friedlichen Mitteln überwunden hat und als Leitmodell der Versöhnung gilt. Bartholomäus Grill beschreibt, welche Bedeutung die WM für das Selbstbewusstsein der Afrikaner hat, und führt durch die Geschichte und Gegenwart des afrikanischen Fußballsports. Anschaulich berichtet er über die Probleme, Hoffnungen und Träume eines Erdteils. All die Geschichten und Schicksale, die dem Autor im Laufe der Jahre zwischen Kairo und Kapstadt begegnet sind, haben einen gemeinsamen Nenner: Sie erzählen davon, wie der Fußball Afrika verzaubert.
Fußball verbindet Länder, er verbindet Afrika, er verbindet die ganze Welt, er öffnet die Herzen der Menschen, er gleicht aus, er heilt, er versöhnt… diese wundervolle Erkenntnis macht der Autor dem Leser mit zunehmendem Lesefortschritt klar. Er ist sich sicher, trotz aller Probleme, Befürchtungen und Skepsis, die Südafrikaner werden das größte Sportereignis der Welt auf ihre ganz eigene Art und Weise meistern.
Mein Fazit: “Laduuuuuma!” ist die perfekte Vorbereitung für die Fußball-WM – in diesem Fall definitiv keine Floskel! Absolute Kaufempfehlung!
Das Buch als gebundene Ausgabe oder als Hörbuch auf 2 CDs
(Amazon Affiliate Links) versandkostenfrei bei Amazon. Hier noch eine Lese- und Hörprobe.
Seiten: 256 | Erscheinungsjahr: 2009 | Verlag: Hoffmann und Campe
Ein Linktipp zum Schluss: Bartholomäus Grill berichtet als Gast in der NDR Kultur Sendung “Klassik à la carte” über seine Erlebnisse in Afrika, seinen beruflichen Werdegang, über Fußball und “Laduuuuuma!”. Die 40-minütige Aufzeichnung der Sendung bei NDRKultur.de.
Ein weiterer Buchtipp hier auf dem FuViBlo.
Im Vorfeld der Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika habe ich mir ein thematisch passendes Werk vorgenommen, Ich werde rennen wie ein Schwarzer, um zu leben wie ein Weißer: Die Tragödie des afrikanischen Fußballs von Christian Ewers (Amazon Affiliate Link).
Ein sehr ausdrucksstarker Titel; der Autor zitiert dabei den Kameruner Samuel Eto’o bei dessen Vorstellung nach dem Wechsel vom RCD Mallorca zum FC Barcelona im Jahr 2004. Dahinter verstecken sich ebenso eindrucksvolle wie abwechslungsreiche Geschichten vom afrikanischen Kontinent, die einen differenzierten Blick auf Leben, Gesellschaft und natürlich Fußball werfen.
Die Kurzbeschreibung
Das Herz des Fußballs schlägt in Afrika. Nirgendwo auf der Welt besitzt dieses Spiel solch eine Magie, nirgendwo macht es Menschen so glücklich und so traurig, nirgendwo wird es so überladen mit Hoffnungen, Sehnsüchten und Erlösungsfantasien.
Christian Ewers reiste mehrere Monate
durch den schwarzen Kontinent und drang tief ein in den afrikanischen Fußball. Er traf verzweifelte Spieler in den Townships von Kapstadt und begleitete mutige Funktionäre in Ghana, er recherchierte die tragische Geschichte des Malindi SC auf Sansibar und besuchte die erfolgreiche Jugend-Akademie Sol Béni in der Elfenbeinküste, er hörte von wilden Geschäften, großen Plänen und noch größeren Problemen – und vor allem hörte er immer wieder vom Traum Europa, dem Ziel aller jungen Fußballer in Afrika. Christian Ewers geht der Frage nach, warum viele dieser Träume platzen und woran der afrikanische Fußball krankt. Seine Antworten sind vielschichtig, seine Schilderungen faszinierend.
Die Porträts und Reportagen von stern-Reporter Ewers zeichnen das Bild eines Kontinents, der leidet, der aber auch nach vorn drängt, der mehr will von der Welt, der teilhaben möchte, der hungert nach Anerkennung.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Kauf, das Buch hat mir die Grundeinstellung des “schwarzen Kontinents” sehr viel näher gebracht und einen hintergründigen Eindruck von erfolgreichen und erfolglosen afrikanischen Fußballerkarrieren vermittelt. Es wird einen prominenten Platz in meiner Fußball-Bibliothek finden.
Der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen muss, ist der Umfang. Eine vergleichsweise große Schrift streckt den bebilderten Text auf 164 Seiten. Es erscheint für ein Fußballbuch dann doch etwas kurz. Die durchschnittliche Länge der Einzelreportagen von etwa 10 Seiten, wiegt diesen Fakt aber auf der anderen Seite wieder auf. Beim Leser kommt dadurch zu keiner Zeit Langeweile auf, die interessanten Orte, Personen und Geschichten reißen einen mit und regen zum Nachdenken an.
Warum zieht es so viele Afrikaner nach Europa, wenn sie dann doch nur in dritten, vierten, fünften Landesligen kicken? Warum gelingt nur so wenigen der Durchbruch? Warum kehren die “Gescheiterten” nur selten in ihre afrikanische Heimat zurück?
Das Buch als gebundene Ausgabe versandkostenfrei bei Amazon (Amazon Affiliate Link), hier noch eine Leseprobe.
Seiten: 164 | Erscheinungsjahr: 2010 | weitere Infos: Autorenprofil beim Verlag
ch zu verantworten hat. Auch den Erfinder der schrillen Fanhelme, der Makarapas, haben die Autoren in seinem Township besucht.
und kompetent zu vermitteln, wie der Fußball in Afrika »tickt«. Mit seinen Geschichten und seiner Sachkenntnis führt er uns mitten hinein in afrikanische Fußballrealitäten.
Kap-Republik und den Kontinent, auf dem 2010 zum ersten Mal die Fußball-WM ausgetragen wird.
durch den schwarzen Kontinent und drang tief ein in den afrikanischen Fußball. Er traf verzweifelte Spieler in den Townships von Kapstadt und begleitete mutige Funktionäre in Ghana, er recherchierte die tragische Geschichte des Malindi SC auf Sansibar und besuchte die erfolgreiche Jugend-Akademie Sol Béni in der Elfenbeinküste, er hörte von wilden Geschäften, großen Plänen und noch größeren Problemen – und vor allem hörte er immer wieder vom Traum Europa, dem Ziel aller jungen Fußballer in Afrika. Christian Ewers geht der Frage nach, warum viele dieser Träume platzen und woran der afrikanische Fußball krankt. Seine Antworten sind vielschichtig, seine Schilderungen faszinierend.





