Willkommen auf » Brasilien

 

18.Apr 2012

Neymar, der 20-jährige Hoffnungsträger des brasilianischen Fußballs, begeistert mal wieder die internationale Fußballwelt mit einem wunderschönen Trick.

In arroganter Pose fordert er auf der Außenbahn mit dem Ball am Fuß im 1 gegen 1 den Gegenspieler zum Angriff auf, setzt schließlich nach sekundenlanger Showeinlage zu einem sensationellen Übersteiger an und wird daraufhin kompromisslos von einem herbeigeeilten Kicker gefoult. Warum dieser dafür allerdings gleich die rote Karte sieht, ist mir schleierhaft, aber darum soll es in dieser Szene ja auch nicht gehen… :)

Kein Wunder, dass er seit längerem auch das Aufsehen hiesiger Topklubs erregt hat. Den konkreten Avancen aus Madrid und Barcelona konnte Neymar jedoch bisher überraschenderweise widerstehen. Bis zur Weltmeisterschaft im eigenen Land 2014 bleibt er somit wohl noch als Symbol der neuen Fußballergeneration Brasiliens beim heimischen FC Santos – übrigens mit offiziell bereits 176 Pflichtspielauftritten und 97 Toren. Wahnsinn! Danach werden wir ihn aber mit Sicherheit auch irgendwann im europäischen Vereinsfußball bestaunen können.

 

10.Okt 2011

Grad wieder mal einen unvergesslichen Klassiker rausgekramt. In der Hauptrolle: Roberto Carlos, brasilianischer Linksverteidiger, Real-Madrid-Star der späten 90er und 2000er, gerade einmal 1.68m groß, dafür aber gesegnet mit einer unfassbaren Schusstechnik, dank der er über 80 Profi-Tore verbuchen konnte.

Hier also nun einer seiner größten Freistoßtreffer, erzielt 1997 beim Tournoi de France, einem Vorbereitungsturnier auf die im Folgejahr stattfindende Weltmeisterschaft gegen Gastgeber Frankreich. Mit einem Wahnsinns-Wumms und trotzdem ausreichend Schnitt für eine bildschöne Flugkurve um die Mauer herum, Keeper Fabien Barthez kann da der Kugel nur fassungslos nachehen… :)

Und von solchen Szenen gabs in der langen Karriere des Roberto Carlos noch viel viel mehr zu sehen, hier der Beweis. Mit mittlerweile 38 Jahren ist er übrigens immernoch im Profifußball aktiv. Nach einem Jahr in der Heimat bei Corinthians São Paulo zog es ihn zurück in den europäischen Fußball; aktuell steht er in Diensten des neureichen russischen Erstligisten Anschi Machatschkala.

 

10.Aug 2011

Testspiel
Deutschland – Brasilien 3:2

1:0 Bastian Schweinsteiger (61., Elfmeter, Rechtsschuss, Kroos)
2:0 Mario Götze (67., Rechtsschuss, Kroos)
2:1 Robinho (71., Elfmeter, Rechtsschuss, Dani Alves)
3:1 André Schürrle (80., Rechtsschuss, Schweinsteiger)
3:2 Neymar (90. + 2, Rechtsschuss, Fred)
vor knapp 55.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart

Aufstellung Deutschland: Neuer – Träsch, Hummels (88. Boateng), Badstuber, Lahm – Schweinsteiger (85. Rolfes), Kroos – T. Müller, M. Götze (88. Cacau), Podolski (46. Schürrle) – Gomez (46. Klose)

Aufstellung Brasilien: Julio Cesar – Dani Alves, Thiago Silva, Lucio, André Santos – Ramires (86. Luiz Gustavo), Fernandinho (69. Ganso) – Ralf – Robinho (86. Renato Augusto), Neymar – Pato (77. Fred)

Die Zusammenfassung des Spiels in der ARD-Mediathek und hier…

Außerdem auch hier, hier, hier und hier, sowie im ZDF-Bericht zu sehen. Und hier noch die Stimmen zum Spiel und die Analyse mit Bundestrainer Joachim Löw.

Die deutsche Nationalmannschaft dominierte die Partie mit deutlich höheren Spielanteilen und siegt verdient nach 45 langweiligen und 45 hochinteressanten Minuten. Die jungen Brasilianer ließen vereinzelt ihr Können aufblitzen, alles in allem blieben sie aber aus dem Spiel heraus ziemlich ungefährlich, freud- und ideenlos. So sieht das Ergebnis am Ende nun mit 3:2 deutlich knapper aus als es die Partie eigentlich rechtfertigte.

Für ein Testspiel zu einem so frühen Zeitpunkt innerhalb der laufenden Saison kann man mit der gezeigten Leistung durchaus zufrieden sein. Mit Schürrle und Götze spielten sich bei uns zwei weitere junge Kicker mit einer hervorragenden Leistung in den Kreis der ernsthaften Stammplatzkandidaten. Da kommt einiges nach, eine tolle Situation für den deutschen Fußball.

 

22.Jul 2011

Im Zuge der aktuell stattfindenden Copa America 2011 (offiziell Campeonato Sudamericano de Fútbol Copa América) in Argentinien hat Coca-Cola seine Marketing-Leute mal wieder an die Konzeption einer möglichst ausgefallenen Kampagne gesetzt.

Herausgekommen ist ein schöner Clip, der die Unwägbarkeiten eines argentinischen Fans in einem brasilianischen Fanblock aufzeigt. Was tun, wenn ein Tor fällt… :)

Das Ganze gibts auch nochmal aus Sicht eines Ecuadorianers…

Die beiden “Großen” des südamerikanischen Fußballs sind in diesem Jahr übrigens sang- und klanglos im Viertelfinale des Wettbewerbs ausgeschieden. Beide scheiterten im Elfmeterschießen, Brasilien musste sich Paraguay geschlagen geben, Argentinien unterlag Uruguay. Und eben jene beiden Außenseiter treffen nun am kommenden Sonntag im Endspiel aufeinander. Das Kuriose: Die Urus könnten sich mit ihrem insgesamt 15. Titelgewinn zum alleinigen Rekordchampion des Kontinents aufschwingen. Aktuell liegt man noch mit 14 Siegen gleichauf mit Argentinien (letzter Titelgewinn 1993), Brasilien verbucht 8 Erfolge (letztmals 2007), Paraguay und Peru jeweils 2.

 

11.Jul 2011

U17-Weltmeisterschaft 2011 Spiel um Platz 3
Brasilien – Deutschland 3:4

0:1 Okan Aydin (20.)
1:1 Wellington (23.)
2:1 Adryan (30., Foulelfmeter)
3:1 Adryan (33.)
3:2 Koray Günter (45.)
3:3 Levent Aycicek (57.)
3:4 Okan Aydin (64.)
vor knapp 94.000 Zuschauern im Aztekenstadion in Mexiko-City

Aufstellung Brasilien: Charles – Wallace, Marquinhos, Metheus, Misael (56. Hernani) – Emerson, Marlon Bica, Ademilson (71. Guilherme), Adryan – Lucas Piazon, Wellington (56. Nathan)

Aufstellung Deutschland: Vlachdimos – Ayhan (36. Günter), Korczowski, Perrey, Röcker – Yalcin, Khedira – Weiser (82. Schnellhardt), Aycicek (95. Can), Aydin – Yesil

Die ausführliche Zusammenfassung des Spiels…

Außerdem auch hier und hier zu sehen

Vor der einzigartigen Kulisse von über 90.000 Zuschauern im Aztekenstadion, dem offiziell drittgrößten Fußballstadion der Welt, immerhin also Platz 3 und die Bronzemedaille für unsere Jungs nach der enttäuschenden 2:3-Halbfinalniederlage gegen Mexiko vom vergangenen Freitag. Die Gastgeber setzten sich schließlich noch im Finale gegen Uruguay mit 2:0 durch und feiern damit den zweiten U17-WM-Titel nach 2005.

 

28.Mrz 2011

Dass Torhüter oft deutlich mehr drauf haben als nur stumpfe automatisierte Reflexe und mehr oder weniger gefährliche Abschläge, haben wir neulich in Person von Lassi Hurskainen schon sehr anschaulich sehen können. Doch Tricks und Schüsse auf dem Trainingsplatz sind das Eine, tatsächliche Torerfolge in Pflichtspielen, unter greifbarem Druck und vor Tausenden Zuschauern sind nochmal eine ganz andere Dimension…

Die Meldung des Tages: Der 38-jährige Brasilianer Rogerio Ceni erzielte beim gestrigen Ligaspiel seines FC São Paulo gegen den Stadtrivalen SC Corinthians den spielentscheidenden Treffer zum 2:1 und damit das 100. Tor seiner Karriere… als Torhüter! Die beeindruckende Trefferanzahl summiert sich durch Erfolge in Form von bisher 56 Freistößen und 44 Elfmetern, die tatsächlich allesamt offiziellen Pflichtspielen entstammen.

Ceni ist damit mit Abstand der torgefährlichste Schlussmann der weltweiten Fußballhistorie. Auf den weiteren Plätzen folgen weit abgeschlagen der legendäre José Luis Chilavert mit 62 Toren, der noch aktive Bulgare Dimitar Ivankov mit 42 Treffern, sowie Jorge Campos (Mexiko) und René Higuita (Kolumbien) mit je 38 Torerfolgen. Eine vollständige Auflistung der gefährlichen Keeper findet sich in der englischen Wikipedia. Unter den Top10 erkennen wir eine signifikante Häufung von Mittel- und Südamerikanern, Zufall oder System? Egal, Rogerio Ceni sticht sie alle aus.

Wirklich beeindruckend, hier mal eine Auswahl seiner Treffer, echt schöne Dinger dabei, tolle Schusstechnik, klar, brasilianisches Blut…

Nette Trivias an dieser Stelle noch, er spielt seit 1992 für den FC São Paulo, ist auch heute noch Kapitän und Rekordspieler des Vereins, dreifacher brasilianischer Meister, zweifacher Gewinner der Copa Libertadores und das Beste zum Schluss: sein vollständiger Name lautet Rogerio Mücke Ceni :)

 

24.Mrz 2011

Auch noch nicht gesehen… bei einem Ligaspiel irgendwo in den Niederungen des brasilianischen Fußballs stiehlt ein den Sicherheitskräften entlaufener Hund den Samba-Kickern vor gefüllten Tribünen mächtig die Show, in dem er auf das Spielfeld stürmt und sich dort in aller Seelenruhe ausgiebigst mit dem Spielgerät beschäftigt.

Seht selbst…

Während und nach der Aktion gibt es stürmischen Beifall von den Rängen, den Ball kriegt er aber dennoch nicht klein, das nenne ich mal Wertarbeit :)

 

27.Jan 2011

Nach Roberto Carlos (37 Jahre, Corinthians São Paulo), Ronaldo (34 Jahre, ebenfalls Corinthians) und Rivaldo (38 Jahre, FC São Paulo) darf sich der brasilianische Fußball über einen weiteren hochdekorierten Heimkehrer freuen. Auch Ronaldinho kehrt Europa nach einer erfolgreichen Dekade den Rücken und ist als gefeierter Star zurück in der Heimat.

Der 30-jährige Weltfußballer von 2004 und 2005 kickte im vergangenen Jahrzehnt für Paris St.-Germain (2001 bis 2003), den FC Barcelona (2003 bis 2008) und AC Mailand (2008 bis 2010). In der Winterpause wechselte er nun für 3 Millionen Euro Ablöse zu Flamengo Rio de Janeiro, sein Vertrag läuft dort über die nächsten dreieinhalb Jahre. Das große Ziel wird also die Rückkehr in die Seleção und die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land sein, nachdem er im vergangenen Jahr von Nationaltrainer Carlos Dunga überraschenderweise nicht für das WM-Turnier in Südafrika nominiert worden war.

Sein fußballerischer Ruf hatte in den letzten Jahren durchaus stark gelitten. Erfolgsverwöhnt sei er geworden, satt und müde. Gewonnen hat er schließlich alles: Weltmeister 2002, Copa America Sieger 1999, Champions League Sieger 2006, Spanischer Meister 2005 und 2006. Den Kritikern will er nun aber in der heimischen Liga zeigen, dass man ihn dennoch nicht aufs Altenteil schieben sollte.

In den ersten Trainingseinheiten zeigte er in Rio gleich was er technisch noch so alles drauf hat und was man in den kommenden Monaten und Jahren von ihm erwarten darf.

Ein besonderer Hingucker war folgender Trick: Ronaldinho steht ein paar Meter hinter der Torlinie, schießt den Ball mit vieeeeeeeeel Effet vor das Tor, der hoppelt schließlich rückwärts über die Linie. Angucken…

…und Nachmachen… :)

 

23.Jan 2011

Aus der Kategorie “Was macht eigentlich … ?” gibts heute einen kleinen brasilianischen Ballkünstler, ausgestattet mit einer enormen Schussstärke und -technik, den mit Sicherheit noch kein Fußballfan vergessen haben wird: Roberto Carlos.

Er verabschiedete sich im Winter 2009/2010 nach vierzehn äußerst erfolgreichen Profijahren bei Inter Mailand (1995/96, 30 Spiele), Real Madrid (1996 bis 2007, 370 Spiele, viermal Meister, dreimal Champions League Sieger, zweimal Weltpokalsieger) und Fenerbahce Istanbul (2007 bis 2009, 65 Spiele) von der großen europäischen Fußballbühne in Richtung südamerikanische Heimat. Dort kickt er zum Ausklang der Karriere mit mittlerweile 37 Jahren nun noch ein, zwei Jährchen gemütlich vor der eigenen Haustür bei Corinthians São Paulo.

Und wie… der Mann beglückte uns über ein Jahrzehnt als linker Außenverteidiger mit unglaublichen Fernschusstoren, sensationellen Dribblings und einmaligen Freistößen. Und er hat tatsächlich nichts verlernt. Das zeigte er am vergangenen Spieltag der Städtemeisterschaft von Sao Paolo bei der Partie gegen Portuguesa. Da gelang ihm ein bisher ungesehenes Kunststück: ein direktes Eckballtor.

Seht selbst…

Klar, der gegnerische Torwart und die Verteidiger müssen bei so einer Aktion auch mitspielen und sich ziemlich dämlich positionieren, aber als Schütze muss man erstmal den Mut aufbringen und den Ball mit so viel Schnitt Richtung Tor ziehen. Der Mann ist einfach auch im hohen Fußballeralter noch ein Zauberer :)
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16.Jan 2011

Nach all den teuren und zum Teil missglückten Südamerika-Transfers der vergangenen Jahre (Wellington, Maicosuel, Franco Zuculini, Fabrício) hat 1899 Hoffenheim sich noch immer nicht aufgegeben und versucht sich erneut an einem hoffnungsvollen Wintertransfer.

Für 4 Millionen Euro Ablöse holt man den 19-jährigen Roberto Firmino (geboren mit dem klangvollen Namen Roberto Firmino Barbosa de Oliveira) von Figueirense FC aus der zweiten brasilianischen Liga. Er kommt mit der Empfehlung von 38 Ligaspielen im Jahr 2010, acht Toren und der Auszeichnung zum besten Spieler der Saison zu den Kraichgauern und soll dort mit langfristiger Perspektive (er wurde mit einem Vertrag bis zum Sommer 2015 ausgestattet) den im vergangenen Sommer an Rubin Kasan verkauften Carlos Eduardo als Spielmacher im zentralen offensiven Mittelfeld vergessen machen.

„Wir freuen uns sehr, mit einem Toptalent aus Brasi­lien unseren Kader verstärken zu können, an dem auch zahlreiche internationale Clubs Interesse zeigten. Wir werden ihm die notwendige Zeit geben, sich bei uns einzugewöhnen. Seine Qualitäten als offensiver Mittelfeld­spieler hat er [...] in Brasilien bereits unter Beweis gestellt”, meint Hoffenheims Manager Ernst Tanner.

Ein Zusammenschnitt diverser Spielszenen zeigt seine zweifellos überdurchschnittlichen technischen Fähigkeiten, speziell eine beeindruckende Ballbehandlung, ein gutes Auge für den Mitspieler und ein für einen südamerikanischen Dribbelkünstler überraschend ansehnliches Kopfballspiel…

Hoffenheim ist und bleibt für mich jedoch in Sachen Transfers eine absolute Wundertüte. Jetzt geht man mit Firmino trotz tiefroter wirtschaftlicher Zahlen wieder ein 4-Millionen-Risiko ein. Talent ist da, aber junge Südamerikaner in der Bundesliga, das klappt bekanntlich in der Mehrzahl der Fälle nicht. Warum versucht es das gebrannte Kind Hoffenheim jetzt erneut? Ok, vielleicht zahlt es sich aus (wie bei Carlos Eduardo und Luiz Gustavo), vielleicht aber zum wiederholten Male nicht.

Ich wunder mich jedenfalls, dass der TSG nicht so langsam die Experimentierfreude ausgeht. Und die vier Millionen Euro… aus externer Sicht erscheint der Kaufpreis, wie so oft bei den Hoffenheimern, dann doch etwas zu hoch…

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