U17-Europameisterschaft 2012 Finale
Deutschland – Niederlande 1:1, 4:5 im Elfmeterschießen
1:0 Leon Goretzka (45., Kopfball, Stendera)
1:1 Elton Acolatse (80. + 1, Rechtsschuss, Trindade de Vilhena)
vor 6.000 Zuschauern im Stožice Stadium in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana
Aufstellung Deutschland: Schnitzler – Dudziak, Sarr, Süle, Itter – Goretzka (80. Akpoguma), Brandenburger – Brandt (73. Kempf), Meyer, Dittgen (41. Stendera) – Werner
Aufstellung Niederlande: Olij – Ake, Bazoer, Hendrix, Voest – Anderson (71. van den Boomen), Haye, Trindade de Vilhena – Lumu (57. Acolatse), Menig, Vloet (64. Huser)
Die Zusammenfassung des Spiels…
Deutschland gegen die Niederlande, auch im Nachwuchsfußball ein traditionsreiches und heiß umkämpftes Duell auf Augenhöhe. Vor drei Jahren setzten sich die Jungs um BVB-Talent Mario Götze und Gladbach-Torwart Marc-André ter Stegen im Endspiel der Heim-EM in Magdeburg gegen Oranje mit 2:1 durch. 2011 musste der deutsche Fußballnachwuchs dann eine böse 2:5-Niederlage einstecken. Entsprechend motiviert versuchte sich der nächste DFB-Jahrgang diesmal an einer Revanche.
Das Team von Trainer Stefan Böger spielte ein durchweg souveränes Turnier. Die Gruppenphase überstand man mit Siegen gegen Georgien (1:0), Island (1:0) und Frankreich (3:0) ebenso schadlos wie das Halbfinale gegen Polen (1:0), im Finale wartete nun erneut der favorisierte Nachbar aus den Niederlanden. Und auch hier sah es bis zum Schluss nach einem verdienten Erfolg der DFB-Jungs aus. Doch leider kassierte man unglücklicherweise in der Nachspielzeit dann doch noch den Ausgleich und verlor das direkt anschließende Elfmeterschießen knapp mit 4:5. Naja, Kopf hoch, weiter geht’s.
The ZERO Must Stand, so der “matthäussche” Titel einer innovativen Kampagne, die ich an dieser Stelle mal empfehlen möchte
Coca Cola lässt euch im Elfmeterschießen auf Youtube gegen FC Bayern Torhüter Manuel Neuer antreten. Ihr wählt die Ecke aus, tretet in der richtigen Sekunde gegen den Ball, drückt die Daumen und schaut dem Nationalkeeper beim Abwehrversuch zu. Die ein oder andere Überraschung ist auch noch versteckt (u.a. “Dieses Tor ist in deinem Land nicht verfügbar”
).
Na dann, los geht’s, haut dem Manu mal die Bälle um die Ohren…
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Und mal wieder ein spaßiger Clip aus der Werbung
FC-Bayern-Stürmer Mario Gomez und Golfprofi Martin Kaymer tauschen in der Münchner Olympiahalle ein paar Frotzeleien aus und messen sich im sportlichen Wettkampf in den unterschiedlichsten Disziplinen (u.a. Turnen, Stabhochsprung und Turmspringen). Erkenntnis: Auch abseits des Rasens können die beiden Spitzensportler durchaus mit ihrem vielseitigen Können beeindrucken.
Die Illusion ist perfekt, aber natürlich wurde hier an er ein oder anderen Stelle ein wenig getrickst… ![]()
DFB-Pokal 2011/12 Finale
Borussia Dortmund – FC Bayern München 5:2
1:0 Shinji Kagawa (3., Linksschuss, Blaszczykowski)
1:1 Arjen Robben (25., Foulelfmeter, Linksschuss, Gomez)
2:1 Mats Hummels (41., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Blaszczykowski)
3:1 Robert Lewandowski (45. + 1, Rechtsschuss, Kagawa)
4:1 Robert Lewandowski (58., Rechtsschuss, Großkreutz)
4:2 Franck Ribery (75., Linksschuss)
5:2 Robert Lewandowski (81., Kopfball, Piszczek)
vor 75.000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion
Aufstellung Dortmund: Weidenfeller (34. Langerak) – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Kehl – Blaszczykowski (84. Perisic), Kagawa (81. S. Bender), Großkreutz – Lewandowski
Aufstellung Bayern: Neuer – Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba (69. Contento) – Schweinsteiger, Luiz Gustavo (T. Müller) – Robben, Kroos, Ribery – Gomez
Die ausführliche Zusammenfassung des Spiels…
Highlights des DFB-Pokal Endspiels 2012
Außerdem auch hier, hier, hier, hier und hier zu sehen, hier noch die Stimmen zum Spiel und der euphorisierte Auftritt der Dortmunder Siegermannschaft im ZDF-Sportstudio
Ein erstklassiges Duell der momentan besten Vereinsmannschaften im deutschen Fußball, dass der frisch gekrönte Meister 2012 Borussia Dortmund verdientermaßen mit dem dritten Pokalerfolg und dem ersten Double der Vereinsgeschichte gewinnt. Toller Kombinationsfußball, wunderschöne Tore, da stimmte zeitweise wirklich alles. Der FC Bayern muss sich von diesem Rückschlag nun schnellstens wieder aufrappeln und für das Champions League Finale gegen den FC Chelsea in einer Woche rüsten.
Und auch in diesem Jahr kämpfen nach dem Abschluss der Saison wieder vier Vereine in Extraschichten um die zukünftige Ligazugehörigkeit im deutschen Profifußball.
Hertha BSC trifft als glücklicher Tabellensechzehnter der ersten Liga nach einer enttäuschenden Spielzeit auf den Dritten der zweiten Bundesliga Fortuna Düsseldorf. Das Team von Trainer Norbert Meier spielte eine ereignisreiche Saison mit so einigem Auf und Ab (neun Spieltage auf Platz 1, Herbstmeister 2011, am 31. Spieltag aber mit dem zwischenzeitlichen Absturz auf den vierten Rang) und klopft nun nach 15 Jahren Abstinenz wieder an die Tür zum deutschen Fußballoberhaus. Eine Etage tiefer treffen der Karlsruher SC und der SSV Jahn Regensburg im Südduell um den Zweitligaverbleib bzw. -aufstieg aufeinander.
Ein schneller Blick noch in die kurze Historie des vor vier Jahren wieder eingeführten Relegationsmodus. Einmal siegte bisher der Herausforderer aus der zweiten Liga (2009 1.FC Nürnberg), zweimal ging der Erstligist als Sieger hervor und konnte so den Abstieg vermeiden (2010 1.FC Nürnberg, 2011 Borussia Mönchengladbach). Eindeutiger sieht es im Untergeschoss aus: Hier setzte sich in jedem Jahr die unterklassige Mannschaft aus der dritten Liga durch (2009 Paderborn, 2010 FC Ingolstadt, 2011 Dynamo Dresden).
Hier nochmal die konkreten Ansetzungen der Relegation der Fußball Bundesliga Saison 2011/12. Die Highlights-Videos der Begegnungen werden dann nach den Spielen in diesen Beitrag eingefügt.
Relegation 1. / 2. Bundesliga
10. Mai 2011 20:30 Hertha BSC 1:2 Fortuna Düsseldorf
=> Details, die Highlights der Begegnung (auch hier und hier), Interview mit Fortuna-Trainer Norbert Meier, ausführlichere Analyse im Hertha-Blog
15. Mai 2011 20:30 Fortuna Düsseldorf 2:2 Hertha BSC
=> Details, die Highlights der Begegnung (auch hier), die beiden Trainer auf der Pressekonferenz
Beide Spiele überträgt live und in voller Länge die ARD im FreeTV (Moderation: Matthias Opdenhövel, Experte: Mehmet Scholl, Kommentator: Tom Bartels), eine Radioübertragung gibt es auf 90elf.de
Relegation 2. Bundesliga / 3. Liga
11. Mai 2011 20:30 SSV Jahn Regensburg 1:1 Karlsruher SC
=> Details, die Highlights der Begegnung (auch hier)
14. Mai 2011 20:30 Karlsruher SC 2:2 SSV Jahn Regensburg
=> Details, die Highlights der Begegnung (auch hier)
Beide Spiele überträgt live und in voller Länge der BR und der SWR im FreeTV, eine Radioübertragung gibt es auf 90elf.de.
Und die Serie setzt sich fort: Auch in diesem Jahr bezwingt der Drittligist den Absteiger aus der zweiten Liga! Glückwunsch an den SSV Jahn Regensburg, der dank der Auswärtstorregel mit dem Karlsruher SC in der kommenden Saison die Liga tauscht.
Europa League 2011/12 Finale
Atletico Madrid – Athletic Bilbao 3:0
1:0 Falcao (7., Linksschuss, Diego)
2:0 Falcao (34., Linksschuss, Arda Turan)
3:0 Diego (85., Linksschuss)
vor knapp 52.000 Zuschauern in der ausverkauften National Arena in Bukarest
Aufstellung Madrid: Courtois – Juanfran, Miranda, Godin, Filipe – Mario Suarez, Gabi – Arda Turan (90. + 3 Alvaro Dominguez), Diego (90. Koke), Adrian (88. Salvio) – Falcao
Aufstellung Bilbao: Iraizoz – Iraola, Javi Martinez, Amorebieta, Aurtenetxe (46. Ibai) – Iturraspe (46. Inigo Perez), Ander (63. Toquero), Iker Muniain – M. Susaeta, de Marcos – F. Llorente
Die ausführliche Zusammenfassung des Spiels…
Außerdem auch hier, hier und hier zu sehen
Ein herausragender Falcao ebnet Atletico Madrid mit zwei wunderschönen Toren in der ersten Halbzeit den Weg zum verdienten zweiten Europa League Titel in der Vereinsgeschichte. Der vom VfL Wolfsburg ausgeliehene Diego erhöht kurz vor Schluss noch zum etwas zu hohen 3:0-Endstand. Tja, und Bilbao kämpft und rackert über die gesamte Spielzeit, bleibt aber erfolglos und verwertet seine zahlreichen Chancen nicht, wirklich Schade drum.
Aber am Ende natürlich Glückwunsch an Atletico Madrid
Bundestrainer Joachim Löw gab heute in Rastatt bei Karlsruhe auf einer Pressekonferenz des DFB den erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft für die anstehende Europameisterschaft in Polen und der Ukraine bekannt. Die Auswahl an potenziellen Fachkräften war auf sämtlichen Positionen groß und das Trainerteam hatte durchaus die ein oder andere Überraschung im Programm. Meine bescheidene Einschätzung zur Nominierung…
Torhüter
Manuel Neuer – FC Bayern München – 25 Länderspiele
Tim Wiese – Werder Bremen – 6 Länderspiele
Ron-Robert Zieler – Hannover 96 – 1 Länderspiel
Marc-André ter Stegen – Borussia Mönchengladbach – kein Länderspiel
Wir haben mit Manuel Neuer eine klare Nummer 1 im Team, Tim Wiese steht als erstklassiger Ersatz parat. Zieler und ter Stegen dürfen sich in der Turniervorbereitung zeigen und für die Zukunft vorspielen. Einer von beiden wird jedoch aus Gründen der begrenzten Kapazität des EM-Kaders nicht zum Turnier reisen können. An dieser Stelle nochmal ein Hoch auf unsere Torhüterausbildung. Man hätte fast ohne Qualitätsverlust ebenso auch Roman Weidenfeller, Bernd Leno oder Sven Ulreich nominieren können.
Abwehr
Philipp Lahm – FC Bayern München – 85 Länderspiele
Per Mertesacker – FC Arsenal – 79 Länderspiele
Jerome Boateng – FC Bayern München – 20 Länderspiele
Holger Badstuber – FC Bayern München – 19 Länderspiele
Mats Hummels – Borussia Dortmund – 13 Länderspiele
Benedikt Höwedes – FC Schalke 04 – 7 Länderspiele
Marcel Schmelzer – Borussia Dortmund – 5 Länderspiele
Kapitän Philipp Lahm ist natürlich gesetzt, um ihn herum kann man allerdings so einiges an Viererketten bauen. Badstuber gilt für mich nach einer hervorragenden Saison beim FC Bayern als fester Innenverteidiger. Für den Platz daneben muss sich Löw zwischen der Erfahrung eines Per Mertesacker, den Fähigkeiten zur Spieleröffnung eines Mats Hummels oder der Kopfballstärke eines Jerome Boateng entscheiden. Auf den Außenpositionen kommt es ganz darauf an, wo Lahm nun seinen Platz findet. Boateng und Höwedes wären Alternativen als Rechts-, Schmelzer und zur Not auch Badstuber die Wahl als Linksverteidiger.
Mittelfeld
Lukas Podolski – 1. FC Köln – 95 Länderspiele – 43 Tore
Bastian Schweinsteiger – FC Bayern München – 90 Länderspiele – 23 Tore
Mesut Özil – Real Madrid – 31 Länderspiele – 8 Tore
Thomas Müller – FC Bayern München – 26 Länderspiele – 10 Tore
Sami Khedira – Real Madrid – 25 Länderspiele – 1 Tor
Toni Kroos – FC Bayern München – 25 Länderspiele – 2 Tore
Mario Götze – Borussia Dortmund – 12 Länderspiele – 2 Tore
André Schürrle – Bayer Leverkusen – 12 Länderspiele – 5 Tore
Marco Reus – Borussia Mönchengladbach – 4 Länderspiele
Lars Bender – Bayer Leverkusen – 4 Länderspiele
Sven Bender – Borussia Dortmund – 1 Länderspiel
Ilkay Gündogan – Borussia Dortmund – 1 Länderspiel
Julian Draxler – FC Schalke 04 – kein Länderspiel
Ein mittlerweile gut eingespieltes und hochtalentiertes Mittelfeld mit den Eckpfeilern Schweinsteiger und Khedira auf der Sechs und Özil als lenkendem Element im zentralen offensiven Mittelfeld. Dazu kommt eine unfassbar große Varianz auf den Flügeln, wahrscheinlich zunächst mit dem Bonus der Etablierten für Podolski links (mit mittlerweile 95 Länderspielen) und Müller rechts (lebt noch vom Status des Torschützenkönigs der WM 2010). Auch einen Kroos, Reus oder Götze können wir aber problemlos gegen die Besten Europas ins Turnier schicken. Die größte Überraschung im Kader dürfte der Schalker Julian Draxler sein. Mit gerade einmal 18 Jahren darf er als technisch versierter Flügelflitzer zum Team stoßen. Die Chancen für eine Nominierung halte ich allerdings aufgrund der großen Konkurrenz auf den Außenpositionen für verschwindend gering. Aber bei Löw weiß man ja nie…
Sturm
Miroslav Klose – Lazio Rom – 114 Länderspiele – 63 Tore
Mario Gomez – FC Bayern München – 51 Länderspiele – 21 Tore
Cacau – VfB Stuttgart – 22 Länderspiele – 6 Tore
Auch der Sturm ist ohne Frage titelreif. Er wirkt zwar auf den ersten Blick ein wenig dünn besetzt, in Löws etabliertem System mit einem zentralen Stürmer braucht es aber nunmal nur Klose oder Gomez. Dazu könnten auch Podolski, Müller, Schürrle und Reus ohne Probleme mit nach vorn rücken. Wirklich verwunderlich ist dagegen die erneute Nominierung von Cacau. Er spielt wieder keine durchweg überzeugende Saison (8 Tore in 33 Spielen), seine Konkurrenten Stefan Kießling (13 Tore in 17 Rückrundenspielen) und Patrick Helmes (12 Tore in 16 Spielen) dagegen zumindest herausragende Rückrunden und dennoch gucken die beiden wieder mal in die Röhre. Für mich absolut unverständlich!
Hier mal meine Top-11
Neuer – Schmelzer, Badstuber, Hummels, Lahm – Schweinsteiger, Khedira – Podolski, Özil, Müller – Klose
Und noch ein Wort zum Thema Blockbildung: der FC Bayern stellt 8 Nationalspieler, Dortmund 5, Real Madrid, Schalke, Gladbach und Leverkusen je 2, Lazio Rom, FC Arsenal, Bremen, Stuttgart, Hannover und Köln je 1. Die Stärke des FCB und des BVB stellt aufgrund der Teilnahme an den Endspielen in DFB-Pokal und/oder Champions League allerdings durchaus ein Problem dar. Die nominierten Kicker haben nach Ablauf der regulären Saison nochmal eine Beanspruchung auf höchstem Niveau, können dann erst verspätet ins Trainingslager des DFB-Teams reisen und haben so deutlich weniger Zeit zum regenerieren und einspielen.
Auch interessant ist die Frage, wer denn bei der Kadernominierung fehlt? Nicht dabei sind z.B. die früheren Nationalspieler Marcell Jansen, Piotr Trochowski, Serdar Tasci, Dennis Aogo, Marko Marin, Stefan Kießling (allesamt vor zwei Jahren noch mit bei der Weltmeisterschaft in Südafrika), Simon Rolfes, Heiko Westermann, Christian Träsch, Thomas Hitzlsperger und (natürlich
) Kevin Kuranyi. So schnell dreht sich die Fußballwelt.
Hier noch eine Einschätzung der Nominierung von ZDF-Kommentator Bela Rethy und ein ARD-Kurzbericht. Von DFB-TV gibt es die Komplettaufzeichnung der heutigen Pressekonferenz.
Bis zum 29. Mai muss das deutsche Trainerteam offiziell die 23 deutschen WM-Spieler melden. Aus der aktuellen Kaderzusammenstellung müssen sich also vier Mann verabschieden. Einer der beiden Nachwuchstorhüter Zieler oder ter Stegen wird auf jeden Fall gehen müssen. Streichkandidaten sind für mich aufgrund des Überangebots im Mittelfeld außerdem Draxler, die Bender-Zwillinge, Gündogan und evtl. Schürrle. Es wird wohl einfach darauf ankommen, wie sich die Kandidaten in der Vorbereitung auf Sardninien präsentieren und ob sich noch jemand verletzt.
Wie im vergangenen Jahr stelle ich auch zum Abschluss der Saison 2011/12 nochmal eine umfassende Abschlussbetrachtung der mittlerweile 49. Bundesliga-Spielzeit zusammen.
Die Glückwünsche gehen auch in diesem Jahr an den alten und neuen Champion des deutschen Fußballs Borussia Dortmund. Seit 1996 ist es keinem Bundesligaklub mehr gelungen, dem deutschen Rekordmeister FC Bayern in zwei aufeinander folgenden Spielzeiten die Meisterschaft zu entreißen. Hierzulande also durchaus ein Ausgang mit absolutem Seltenheitswert. Mitte der 90er erkämpften die alten BVB-Recken um Matthias Sammer, Jürgen Kohler und Stephane Chapuisat wiederholt den Titel, in diesem Jahr schrieben sich nun Mats Hummels, Sebastian Kehl, Robert Lewandowski und Co. mit der achten Meisterschaft der Vereinsgeschichte in die schwarz-gelbe Historie ein.
Und ein Blick in die prall gefüllten Statistikbücher untermauert die überragende Saisonleistung des BVB. Der lang anhaltende Titelzweikampf mit dem FC Bayern trieb die Borussen zu einer beeindruckenden Ausbeute. Dabei verbesserten sie sich sogar noch in einigen wesentlichen Eckdaten im Vergleich zum spielerisch bereits herausragenden Vorjahr (das alles unter der Prämisse, dass man im vergangenen Sommer seinen Schlüsselspieler, Denker und Lenker Nuri Sahin für 10 Millionen EUR an Real Madrid abgegeben hatte):
- ● Sie erkämpften die meisten Siege (25, in der Saison 2010/11 waren es 23, das bedeutet die Einstellung des Rekords des FC Bayern aus dem Jahr 1972/73),
- ● mussten ligaweit die wenigsten Niederlagen einstecken (3, in der Vorsaison waren es noch 5),
- ● blieben 28 Saisonspiele am Stück ungeschlagen (ebenfalls Ligarekord),
- ● führten an 16 Spieltagen die Bundesliga-Tabelle an,
- ● stellten mit 81 Zählern nach 34 Spielen einen neuen Punkterekord auf,
- ● kassierten die drittwenigsten Tore (25, besser war nur der FC Bayern mit 22 und Borussia Mönchengladbach mit 24 Gegentreffern),
- ● siegten auch in der Fair-Play-Wertung (mit nur 33 Gelben, einer Gelb-Roten und einer Roten Karte)
- ● und sind darüber hinaus wie in jedem Jahr DER Zuschauer-Magnet der Liga (13 von 17 Heimspielen waren ausverkauft, im Schnitt lockte man 80.521 und insgesamt 1.368.860 Zuschauer in den Signal-Iduna Park, nur Bayern München und der FC Schalke knackten neben dem BVB noch die Millionenmarke mit 1.173.000 bzw. 1.040.641 Zuschauern)
- ● Borussia Dortmund stellte damit den eigenen Rekord für den höchsten Zuschauerschnitt in einer Spielzeit aus dem Jahr 2003/04 ein.
Nach einer abwechslungsreichen und spannenden Saison steht Borussia Dortmund am Ende also durchaus wieder verdient ganz oben. Hier mal ein paar Impressionen von den Feierlichkeiten nach dem 32. Saisonspiel gegen Borussia Mönchengladbach vor 80.000 Zuschauern im heimischen Stadion, natürlich inklusive Interviews und Bierdusche… ![]()
Auch sehenswert: die Übergabe der Meisterschale auf den Rängen des Westfalenstadions, BVB-Trainer Jürgen Klopp abgekämpft und glücklich im Meisterinterview beim ZDF, Stimmen zur Saison von Sebastian Kehl und Mats Hummels
Abschlusstabelle
1 ~ Borussia Dortmund ~ 81 Pkt. ~ Champions League
2 ~ FC Bayern München ~ 73 Pkt. ~ Champions League
3 ~ FC Schalke 04 ~ 64 Pkt. ~ Champions League
4 ~ Borussia Mönchengladbach ~ 60 Pkt. ~ Champions League Qualifikation
5 ~ Bayer Leverkusen ~ 54 Pkt. ~ Europa League
6 ~ VfB Stuttgart ~ 53 Pkt. ~ Europa League
7 ~ Hannover 96 ~ 48 Pkt. ~ Europa League
8 ~ VfL Wolfsburg ~ 44 Pkt.
9 ~ Werder Bremen ~ 42 Pkt.
10 ~ 1. FC Nürnberg ~ 42 Pkt.
11 ~ 1899 Hoffenheim ~ 41 Pkt.
12 ~ SC Freiburg ~ 40 Pkt.
13 ~ 1. FSV Mainz 05 ~ 39 Pkt.
14 ~ FC Augsburg ~ 38 Pkt.
15 ~ Hamburger SV ~ 36 Pkt.
16 ~ Hertha BSC ~ 31 Pkt. ~ Relegation
17 ~ 1. FC Köln ~ 30 Pkt. ~ Abstieg
18 ~ 1. FC Kaiserslautern ~ 23 Pkt. ~ Abstieg
“Overachiever” ganz klar Borussia Möchengladbach. Im Vorjahr zitterte man sich in der Abstiegsrelegation gegen den VfL Bochum noch zum Klassenerhalt, in dieser Saison begeisterte das Team von Trainer Lucien Favre mit wunderschönem Kombinationsfußball und darf sich nun auf die ganz großen Namen in der Champions League freuen (wenn auch die Abgänge von Dante, Marco Reus und Roman Neustädter stark in die Substanz des Kaders schlagen und die Stimmung aktuell etwas trüben dürften). Außerdem erwähnenswert: Hannover kann als Tabellensiebter erneut in die Europa League einziehen, Freiburg sich trotz des Abgangs seines Schlüsselspielers Papiss Demba Cissé in der Winterpause souverän im Tabellenmittelfeld platzieren und das vorab als “sicherer Absteiger” gehandelte Augsburg in seiner Premierensaison überraschend die Klasse halten.
Die enttäuschenden “Underperformer” des Jahres sind dagegen im Norden der Republik zu finden: Der Hamburger SV stürzt von Platz 8 auf 15 und Werder Bremen verpasst aufgrund einer katastrophalen Rückrunde mit dem 9. Platz erneut das internationale Geschäft. Beide Klubs haben einen mehr oder weniger radikalen personellen Umbruch angekündigt. Wir dürfen also gespannt sein, in welche Richtung es für die beiden Traditionsvereine zukünftig geht.
Die beiden 1. FC’s aus Kaiserslautern und Köln verlassen nach fast durchweg enttäuschenden Auftritten nicht ganz zu Unrecht die Bundesliga. Hertha BSC präsentierte sich über 34 Spieltage nicht viel besser, darf sich aber als glücklicher Tabellensechzehnter nun in der Relegation gegen den Drittplatzierten der zweiten Liga Fortuna Düsseldorf doch noch einmal beweisen und so eventuell den Abstieg vermeiden.
Torschützenliste
1. Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04) mit 29 Toren in 32 Spielen
2. Mario Gomez (Bayern München) mit 26 Toren in 33 Spielen
3. Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) mit 22 Toren in 34 Spielen
Gleich drei Spieler knacken in diesem Jahr die 20-Tore Marke. Klaas-Jan Huntelaar (hier mal ne kleine Torparade) ragt da mit der besten Quote als eiskalter Vollstrecker nochmal heraus und kratzt mit seinen 29 Saisontoren sogar an den Bestmarken der 60er, 70er und 80er Jahre. So viele Tore wie er erzielte zuletzt Karl-Heinz Rummenigge in der Saison 1980/81 für den FC Bayern München. Dem Zweitplatzierten Mario Gomez bleibt immerhin die Ehre des schnellsten Tores der Saison: Er traf nach 23 Sekunden am 29. Spieltag gegen Augsburg, Endstand 2:1. Und hier noch eine kleine Torparade der zehn schönsten Treffer der Saison.
Scorerliste
1. Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04) mit 29 Toren und 13 Vorlagen
2. Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) mit 22 Toren und 10 Vorlagen
2. Franck Ribery (FC Bayern München) mit 12 Toren und 20 Vorlagen
Sonstiges
- ● Auf den Trainerbänken konnten wir mit neun Wechseln eine durchschnittliche Fluktuation beobachten, dazu kommen die bereits feststehenden Abgänge von Jos Luhukay (FC Augsburg) und Frank Schaefer (1. FC Köln)
- ● Der Sünder der Liga ist der Schalker Jermaine Jones mit 14 Gelben Karten in gerade einmal 20 Spielen
- ● Sehr beeindruckend: Die Weiße Weste geht an FCB-Torwart Manuel Neuer, er spielte 17 mal zu Null, es folgen Roman Weidenfeller (BVB) mit 15 und Marc-André ter Stegen (Gladbach) mit 14 Spielen ohne Gegentreffer
- ● Die Dauerbrenner der Liga sind die beiden Torhüter Ron-Robert Zieler (Hannover) und Sven Ulreich (Stuttgart), sie fehlten keine einzige Spielminute, fleißigster Feldspieler ist der Nürnberger Timmy Simons mit 20 verpassten Minuten
- ● Und wir haben einen neuen Rekordhalter: Herthas Lewan Kobiaschwili stand am letzten Spieltag zum 336. Mal in der Bundesliga auf dem Platz und stellte damit den Bestwert von Ze Roberto als ausländischer Rekordspieler ein
So, jetzt reicht’s aber auch ![]()
Wir haben eine spannende Bundesliga-Saison hinter uns und könnten eigentlich in die verdiente Sommerpause starten. Doch daraus wird erstmal nichts, wie der Blick auf den sportlichen Fahrplan für die nächsten Monate verrät:
4. bis 16. Mai ~ U-17-Europameisterschaft in Slowenien
10. bis 14. Mai ~ Bundesliga-Relegation
12. Mai ~ DFB-Pokal Finale Borussia Dortmund gegen FC Bayern München
19. Mai ~ Champions League Finale FC Bayern München gegen FC Chelsea
8. Juni bis 1. Juli ~ Fußball Europameisterschaft in Polen und der Ukraine
3. Juli bis 15. Juli ~ U-19-Europameisterschaft in Estland
27. Juli bis 10. August ~ Olympische Spiele in London
Bevor es dann am 24. August in die große Jubiläumssaison der Fußball-Bundesliga geht, erwarten uns noch Vorbereitung, Supercup, der übliche Transfertrubel und und und… langweilig wird’s also auf keinen Fall!
Beim früheren Meister und Pokalsieger AC Florenz liegen die Nerven blank. Die Saison 2011/12 wird man weit abgeschlagen und fernab der eigenen Ansprüche auf einem Rang im unteren Drittel der italienischen Serie A beenden. Eine entsprechend große Portion Frust hat sich in der Toskana in den vergangenen Monaten bei den Protagonisten aufgebaut.
Den kuriosen Tiefpunkt der Fiorentina konnten wir am vergangenen Spieltag bei der Partie vor heimischem Publikum gegen den bereits abgestiegenen Klub Novara Calcio erleben. Um auf den zwischenzeitlichen 0:2 Rückstand zu reagieren, entschied sich Trainer Delio Rossi seinen vollkommen ineffektiven Stürmer Adem Ljajic bereits in der 32. Minute vom Platz zu nehmen und so doch nochmal einen Impuls für eine Kehrtwende im Spielverlauf zu setzen.
Der ausgewechselte 20-jährige Serbe zeigte allerdings wenig Verständnis und quittierte die Entscheidung mit hämischem Klatschen und wohl auch der ein oder anderen lautstark angebrachten Äußerung. Dem erfahrenen Trainer stieg daraufhin das italienische Temperament durch die Decke, er geigte seinem Kicker mit mehreren Schlägen ins Gesicht die Meinung und konnte nur mit großen Mühen von diesem abgebracht werden…
Am Morgen darauf wurde Rossi dann folgerichtig auf einer Pressekonferenz durch die Klubführung beurlaubt. Obendrein erwartet ihn wohl jetzt noch eine Sperre durch den italienischen Fußballverband und eine Klage wegen Körperverletzung.
Krasse Geschichte!
Und er hat wieder geknipst, aber wie!
Papiss Demba Cissé mit einem traumhaft schönen Treffer in der Nachspielzeit der Partie FC Chelsea gegen Newcastle United. Von der Strafraumecke zieht er einfach mal volley mit dem Außenrist ab und versenkt den Ball unhaltbar hinter Petr Cech im Tor der Londoner…
Ein Phänomen, der Senegalese trifft auch nach seinem Wechsel nach England wie er will. Seit Januar hat er in 12 Spielen 13 mal getroffen und Newcastle (gemeinsam mit einem weiteren alten Bekannten, dem früheren Hoffenheimer Demba Ba, 16 Saisontore) so auf den fünften Platz in der Premier League geschossen. Mit etwas Glück sind aber auch die davor platzierten Tottenham und Arsenal an den verbleibenden beiden Spieltagen noch einzuholen und so sogar die Champions League in Griffweite.






